Das Problem sind die Sonntage

Ein Mann, eine Frau, eine Familie, ein Paar. Ein ganz normaler Alltag. Wir wissen, dass es jederzeit passieren kann: Dass ein Mensch viel zu früh stirbt. Mitten im Leben, wie man so sagt. Als gäbe es den richtigen und falschen Moment. Ein Recht auf die durchschnittliche Lebenserwartung. Doch was, wenn es anders kommt?

Der Kölner Fotograf Jann Höfer nähert sich mit seiner Arbeit „Das Problem sind die Sonntage“ in Interviews und Bildern den Erfahrungen, Gefühlen und Erinnerungen von verwitweten Menschen. In seiner Arbeit verbindet er diese drei Bereiche auf eine neue Art: Er portraitiert das, was nicht mehr da ist, indem er fotografiert, was bleibt, was erinnert. „Es ist eine fotografische Annäherung an die Gefühlswelt, die entsteht, wenn eine Person einen schweren Verlust erlitten hat“, so Jann Höfer. “Diese ist absolut subjektiv und wandelt sich von Tag zu Tag. Ich habe mich auf den Weg gemacht, etwas zu dokumentieren, das durch ein Nicht-mehr-Vorhandensein geprägt ist. Ich suche nach den Metaphern sowohl für den Verlust als auch für die Fähigkeit, mit dem Verlust zu leben und umzugehen. Besonders faszinierend finde ich, nachzuvollziehen, wie sich ganz alltägliche kleine Dinge emotional sehr stark aufladen und quasi ein Eigenleben, eine eigene Bedeutung bekommen.

Vielleicht schauen Sie vorbei? An einem Sonntag? Es würde mich freuen.

Ihre Andrea Kutzarow

Beginn
Montag, 1. November 2021, 8 Uhr