Gottesdienste zum Nachlesen und Hören

Gottesdienst vom 29.11.2020, 10 Uhr Kirche Frenkendorf
Bach: Nun kommt der Heiden Heiland und Präludium A-Dur

Dunkel isch d’Welt – Kei Cherze brännt – Wo isch dänn s’Liecht? Es isch doch Advent!

Liebi Gmeind

Herzlich willkomme zum 1. Advent. Schön, sind Sie do. Ob deheime oder do in de Chile Frenkedorf, mir fiired hüt mitenand en liechtvolle Gottesdienst. Mir, das sind d’Amrei Ebinger, Sigristin, wo hüt so schön dekoriert hät, de Christoph Kaufmann an der Orgel und ich Andrea Kutzarow. Schön sind Sie do. Mir fiired im Name vo Gott, em Ewige, sind verbunde in Jesus Christus, em Liecht vo dr Wält und lönd eus stärke dur de Heiligi Geischt. Amen

Mir säged eus a de liebi Advent. Lueged, die ersti Kerze brennt. Mir säged eus a, e heiligi Ziit, mached fürs Christuskind euch wiit.

Mir bätte: Gott, hüt am erschte Advent bitted mer Dich: Lass eus alles hinder eus lah, wo eus bedrängt und bedrückt. Lös eus vo de dunkle Novembergedanke. Hilf, dass mer Dir eusi Herze und Sinn chönd öffne. Zeig eus, wie mer eusi verschlossene Tüüre und Fänschter chönd ufmache für Dis Liecht und für d’Wärmi, wo eus vo Jesus Christus her umgit.

Mir wänd eus vorbereite und bitted Dich: Erfüll Du eus mit Diim Liecht. Eme Liecht, wo eus de Wäg zeigt zu Dir. Eme Liecht, wo mer chönd useträge in d’Welt.

Mir dänked an die Mänsche, wo mit eus verbunde sind, hüt aber nüd chönd da sii. Mit ihne zämme wartet mer und hoffed uf Dich. Gib eus und de Wält Diin Friede. Umarm eus mit Dinere Güeti, hüll eus i in dini Barmherzigkeit, säg eus es Wort voller Hoffnig und tröscht eus. Mir bruuched Dich, Dini Gegewart, Dini Liebi. Schänk eus Chraft, Muet und Geduld. Das bitted mer dur Jesus Christus. Amen

Stern auf den ich schaue von Sefora Nelson gesungen

Liebi Gmeind

Advent heisst Ankunft. Mir warted. Mached eus parat. Mir verzichted, fasted, bsinned eus, ziehnd eus zrugg. Nüd umesuscht isch violett d’Farb vom Advent, genau wie in de Passionsziit. Advent heisst au Geduld ha und hoffe. Nüd ufgeh, nüd in Panik usbreche. Wiitermache, wiiterglaube, wiiterhoffe. Uf de luege, wo da chunnt.

Mir Christemänsche chönd das nüd besser als alli andere, aber aber villicht chömers echli länger?

Aber wie lang dänn na? Mir händ scho so lang gwartet, bis es ändlich besser wird, bis Zahle abegönd. Homeoffice, Homescooling, Zoom, all das isch eus underdesse vertraut und es bitzeli verleidet isch es eus au. Wie lang dänn na? Was chunnt ächt na uf eus zue? Shutdown, lockdown, breakdown?

Wie lang chömer das alles durehebe, ohni dass mer Schade nämed? Ich dänke an die Mänsche, wo ihre Partner verlore händ und jetzt isoliert dehei hocked. Ich dänke an all die Mänsche, wo igschränkt sind, will sie e Vorerkrankig händ. Ich dänke an die, wo jung sind, möchted use in d’Welt, an die junge Konfirmandinne und Konfirmande, wo hüt am Sunntig au mit Maske do in de Chile sind und sie doch scho dr ganzi Tag träged.

Advent isch au e Ziit zur Umkehr. Villne isch underdesse klar, dass mer nüme chönd dert ane, wo mer emal gsi sind, unbegrenzti Mobilität, exzessive Tourismus, Usbüütig vo Mänsch und Natur. Ungerechti Verteilig vo de Güeter. Mir müend euses Läbe und eusi Welt neu gstalte. Aber wie? Na nie isch mir so bewusst worde, dass de Advent e Ziit vo de Umkehr isch. Und dass mer Hilf bruuched, und zwar, die besti, wo mer überchömed. Wämmer Jesus Christus bitte, zu eus z’cho. Und will mers nüd chönd singe, das Lied Nr. 833 us eusem Gsangbuech, wird’s ebe gläse:

1 Komm in unsre stolze Welt, Herr, mit deiner Liebe Werben. Überwinde Macht und Geld, lass die Völker nicht verderben. Wende Hass und Feindessinn auf den Weg des Friedens hin.

2 Komm in unser reiches Land, der du Arme liebst und Schwache, dass von Geiz und Unverstand unser Menschenherz erwache. Schaff aus unserm Überfluss Rettung dem, der hungern muss.

3 Komm in unsre laute Stadt, Herr, mit deines Schweigens Mitte, dass, wer keinen Mut mehr hat, sich von dir die Kraft erbitte für den Weg durch Lärm und Streit hin zu deiner Ewigkeit.

4 Komm in unser festes Haus, der du nackt und ungeborgen. Mach ein leichtes Zelt daraus, das uns deckt kaum bis zum Morgen; denn wer sicher wohnt, vergisst, dass er auf dem Weg noch ist.

5 Komm in unser dunkles Herz, Herr, mit deines Lichtes Fülle; dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz deine Wahrheit uns verhülle, die auch noch in tiefer Nacht Menschenleben herrlich macht.

Liebi Gmeind

Geduld bruuched mer in dem Advent. Händ Sie au scho e Patience gleggt? Ich find das Spiel faszinierend, es bruucht Geduld und en lange Atem und villicht, villicht gaht sie dänn uf, d’Patience. Patentia heisst Geduld. Geduld händ Mänsche immer scho bruucht, und zwenig gha. Losed mer, was de Jakobusbrief seit:

7 So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. 8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe. 9 Seufzt nicht widereinander, damit ihr nicht gerichtet werdet.[1]

Das Wort Geduld hät vo sinere Herkunft her d’Bedüütig vo träge, erträge. Au griechisch heissts sovill wie usharre, ushalte, warte. Wer chan warte, hät en lange Atem, isch beharrlich, chan sich sälber zruggneh, sich in Dienscht stelle.

Chönd das Christemänsche besser? Wahrschinlich nöd, aber villicht länger? Das werded mer gseh.

Übrigens: d’Maria hät au geduldig gwartet und vertraut. Lustig isch das damals au nüd gsi und na vill weniger komfortabel als hüt. Was hät sie gmacht, wo ihre en Engel d’Botschaft überbracht hät, dass sie in Er-wartig isch?

Sie hät es Loblied agstimmt: „46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.[2]

Pachelbel Magnificat (Tonus Peregrinus)

Magnificat anima mea dominum – meine Seele lobe den Herrn. Das hät sie gseit, nei, gsunge. Ihre Sohn, da isch sie sich sicher, wird Friede bringe für die ganzi Welt, wird alles umchehre, und alles wird guet. Dass es nüd liecht gsi isch für sie, dass de Josef sie umes Haar het la sitze, dass es nüd sehr bequem isch, hochschwanger tagelang uf eme schaukelnde Esel z’ritte, das alles hät sie dänn nanig gwüsst. Sie hät au nüd gwüsst, dass sie das Chind ganz elei, ohne Hilf vo andere Fraue, mues uf d’Welt bringe. Und trotzdem isch sie mit Gottvertraue und Geduld ihre Weg gange.

Und mir? Wie gömmer in de Advent? Hämmer Angst vor dem, wo da chunnt, wills anderscht wird i dem Jahr? Fühled mer eus hilflos, will mer euse Lieblingsmänsch nüme bi eus händ oder isch eus eifach eng ums Herz und in dr Bruscht, wills eus fascht dr Bode under de Füess wegzoge hät?

Advent heisst Ankunft: das Chind chunnt, chunnt au i dem Jahr zu eus. Mir läbed under dere Perspektive, dass Gott zu eus chunnt. Wämmer uf ihn lueged, uf euse Stern, chömer nachli länger geduldig si und euses Liecht lah lüchte, use in d’Welt. So wie de Jesaja gseit hät:

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir![3] Amen

Impro zum Kanon Mache Dich auf und werde Licht

Hüt sammled mer im Kanton für Corona Nothilf in Peru und Costa Rica. Meh Infos finded Sie under refbl.ch. Danke für Ihre Understützig.

Mir bätted:

Gott, euse Gott, chum zu eus, zu allne, wo sich am Endi fühled, wo kei Geduld meh händ, wo kei Chraft meh händ. Mer bitted Dich, erbarm Du Dich

Gott, euse Gott, chum zu eus, zu allne, wo fascht kei Schnuuf meh händ, wo truured, wo erschöpft sind und chrank. Mer bitted Dich, erbarm Du Dich

Gott, euse Gott, chum zu eus, zu allne, wo kämpfed um jedes Läbe, ums eigete Überläbe, wo nüme chönd glaube, wo kei Vertraue meh händ. Mer bitted Dich, erbarm Du Dich

Gott, euse Gott, chum zu eus, schänk eus Muet und Liebi und Geduld, damit mer mitenand barmherzig sind, damit mer mitenand chönd mitfühle, damit mer nüd abstumpfed. Mer bitted Dich, erbarm Du Dich

Gott, euse Gott, chum zu eus, schänk Friede, Freiheit, Gerechtigkeit und lass eus Dini Bote sie, wo Diis Liecht useträged in d’Welt. Amen

Für eusi eigete Bitte wämmer jetzt e Cherze azünde und an die Mänsche dänke, wo eus bsunders avertraut sind….

Eusi Bitte nähmed mer in das Gebet, wo eus Jesus glehrt hät:

Unser Vater im Himmel

geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Au dr Maria isch es nüd immer eifach gfalle, sich z’freue. Mängisch isch es gsi, als würd sie dure Dornwald laufe. Au wänn eus die nächste Wuche und Tage eso vorchömed, wie wämmer müessted durs Dornegstrüpp, dänked mer drah, nach siebe Jahr händ die Dorne Rose treit.

Maria durch ein Dornwald ging

Als Wort uf de Wäg eis vom Hanns Dieter Hüsch: Wir müssen endlich damit anfangen, das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln. Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder! Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein, dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können. Und sagen: Donnerwetter! Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen und sagen, er habe Gottes Kinder gesehen und die seien ungebrochen freundlich und heiter gewesen. Weil die Zukunft Jesus heisse, und weil die Liebe alles überwindet und Himmel und Erde eins wären. Und der Mensch ein neuer Mensch wird durch Jesus Christus.[4]

In dem Sinn wünsch ich eus allne en lange Atem und vill Geduld. Mir gönd im Säge und im Friede vo Gott:

Gott segne Dich mit einem Licht, das Dir von der Hoffnung in Deinem Leben erzählt

Gott segne Dich mit einem Licht, das Dich auf deinen Wegen begleitet

Gott segne Dich, wenn Du mit Deinem Licht auf andere zugehst

So segne Dich unser aller Gott, heute und in Ewigkeit. Amen

Impro zu Wir sagen Euch an den lieben Advent

[1] Jakobus 5,7-11.

[2] Lukas 1,46 ff,

[3] Jesaja 60, 1-3 Luther 2017.

[4] Täglich mit Gott 2015 Kalenderzettel vom 28.11.15

Gottesdienst vom 22.11.2020, 10 Uhr Kirche Frenkendorf
Eingangsspiel

Du, Gott, bist meine Zuflucht, bei Dir bin ich sicher wie in einer Burg.  

(Psalm 91, GN)

Liebe Gemeinde

Eine Zuflucht, ein sicherer Ort, das wünschen sich alle, die im letzten Jahr einen Menschen verloren haben. Einen lieben Menschen zu verlieren kann einem den Boden unter den Füssen wegziehen und man fühlt sich plötzlich fremd auf dieser Erde.

Mit diesem Wort aus dem 91. Psalm heisse ich Sie willkommen zum Gottesdienst am Ewigkeitssonntag.

Eine feste Burg wünschen sich auch diejenigen, denen das immer noch präsente Virus Angst macht, weil wir einfach noch nicht wissen, was kommt und wir erfahren haben, wie schnell es gehen kann.

Sie sind da, für Sie soll heute unsere Kirche eine sichere Zuflucht sein. Sie dürfen sich willkommen und geborgen fühlen bei uns in der Kirche. Wir, die Sigristin Amrei Ebinger, die Harfenistin Severine Schmid und ich, Pfarrerin Andrea Kutzarow freuen uns, dass Sie gekommen sind. Willkommen auch Sie, die Sie zuhause unseren Gottesdienst mitfeiern.

Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit unserer Lieben ersetzen könnte. Wir müssen mit dem Schmerz leben. Doch wir können unsere Klage vor Gott bringen und beten:

Gott, wir bringen Dir die Tränen eines ganzen Jahres. Wir bringen Dir unsere Sehnsucht, unseren Schmerz, unsere offenen Fragen. Wir bringen Dir unser Unverständnis, unsere Wut, unsere Schuld. Wir bitten Dich: Sei uns jetzt nahe. Sieh auf unseren Schmerz. Wo Angst ist, schenk Hoffnung. Wo Mutlosigkeit regiert, schenkt Zuversicht, wo Einsamkeit plagt, schenk Nähe.

Gott, so Manchem hat es den Boden unter den Füssen weggerissen. Wir fragen uns: Wo sind wir sicher? Wo dürfen wir uns bergen? Wo finden wir Trost?

In der Stille bringen wir Dir unseren Schmerz

Danke, Gott, dass Du uns jetzt und immer hörst. Wir danken Dir, dass unsere Lieben und wir bei Dir geborgen sind. Sei ihnen und uns jetzt nahe. Das bitten wir durch Jesus Christus, der uns und unsere Verstorbenen lieb hat. Amen

Unsere Gedanken gehen heute zu den Menschen, die uns vorausgegangen sind. Sie sind und bleiben Teil unseres Lebens. Für jeden Namen, der uns mehr ist als ein Name, entzünden wir eine Kerze mit Licht der Osterkerze.

Christus dein Licht verklärt unsre Schatten, lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht…

Wenn Sie zuhause eine Kerze anzünden können Sie das mit folgendem Gebet tun:


Gott, heute denke ich an (Namen oder Anrede). Es macht mich traurig, dass sie nicht mehr bei mir ist.  (Namen)  ist nun bei Dir sicher und geborgen. Du hältst (Namen) in deiner Hand. Dafür danke ich Dir. Du bist die Auferstehung und das Leben, Gott. In deiner Liebe ist (Name) geborgen, in deiner Liebe sind wir verbunden, heute, morgen und bis in Ewigkeit. Amen

Christus dein Licht erstrahlt auf der Erde, und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.

Wir denken auch an die, deren Name wir heute nicht nennen. Wir denken an die Kinder und Jugendlichen, die viel zu früh gehen mussten, an die Namenslosen, die irgendwo ihr Grab gefunden haben, an die Flüchtlinge, die unterwegs gestorben sind auf dem Meer oder auf der Flucht. Wir denken an all diejenigen, die durch Hunger, Not und Gewalt gestorben sind. Wir denken an die Opfer von Anschlägen und Kriegen, an die Menschen, die an covid gestorben sind. Sie alle befehlen wir in Gottes Hand

Ewiger Gott. Du bist ein Gott des Lebens. In Dir leben alle, die du heimgerufen hast. Unsere Lieben legen wir Dir besonders an Dein Vaterherz. Behüte sie wie eine Mutter oder ein Vater, weil sie uns kostbar sind.

Lass sie ein neues Leben finden bei Dir, in Deinem Reich, wo es keine Tränen mehr gibt und keinen Schmerz und kein Leid. Sei Ihnen allen jetzt nahe und bleibe auch bei uns, heute und an all den Tagen, da der Schmerz sich eiskalt auf uns legt. Du hast uns diesen Abschied nicht erspart, der Tod gehört für uns zum Leben. Deshalb bitten wir Dich: Schenk uns die Kraft, unser Leben zu leben. Behüte uns und bewahre uns und sei bei uns bei jedem Schritt, den wir tun in unserem veränderten Leben. Wir bitten Dich: erbarme Dich über uns und über der Welt. Das bitten wir in Jesu Namen. Amen

Liebe Gemeinde

Wo sind wir noch sicher, wenn uns überall und jederzeit der Tod ereilen kann, wenn der Tod uns diejenigen Menschen entreissen kann, die wir lieben?

Ich weiss ja, dass wir auf dieser Erde keine bleibende Statt haben, dass wir Pilger sind, unterwegs zu Gott. Ich weiss ja, dass das Beste noch kommt, aber manchmal brauchen wir doch hier und jetzt einen sicheren Ort, wo wir geborgen sein können, wo unsere Seele zur Ruhe kommt, einen Ort, wo wir weinen dürfen und geschützt und aufgehoben sind.

Einen Menschen, der zu einem gehörte, gehen lassen, heisst: schwer verwundet werden. Da spielt es keine Rolle, in welcher Lebensphase wir sind. Leid trifft einen in jedem Alter, Leid kann nicht gegeneinander aufgewogen werden.

Dietrich Bonhoeffer schreibt einmal einen Brief aus dem Gefängnis: „Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“[1]

Das stimmt und manchmal können die Erinnerungen zu einem sicheren Ort werden für uns. Aber manchmal schmerzen die Erinnerungen zu sehr. Und manchmal finden wir aus der Erinnerung nicht zurück in die Gegenwart.

Wo finden wir dann einen sicheren Ort? Vielleicht im Gebet. Vor Gott dürfen wir klagen, weinen, anklagen, schweigen. In tiefster Einsamkeit und Verzweiflung lässt sich Gott finden. In unserer Schwachheit ist er uns nah.

Beim Beten ist es mir, als würde ich mich zu Füssen Gottes hinsetzen, hinwerfen oder hinkuscheln. In einem alten Kirchenlied, „Sitting at the feet of Jesus“, heisst es, dass dort, zu Füssen Jesu, ein sicherer Ort ist, wo geweint und geseufzt werden kann, wo wir aber auch geborgen sein dürfen.

Sitting at the feet of Jesus

Zu Füssen Jesu sassen schon in biblischer Zeiten manche Menschen, Maria von Bethanien zum Beispiel, die Schwester Martas sass dort und genoss die Nähe. Dort ist ein sicherer Ort.

Und wie komme ich dort hin? Wie wäre es, einfach zu sagen: „Jesus, ich bin hier.“ Und dann einfach still zu sein, ruhig zu werden, den Tränen freien Lauf zu lassen. Dann höre ich vielleicht in mir ein gutes Wort oder fühle mich getröstet. Dann seufze ich vielleicht und spüre, ich bin nicht alleine. Ich bin geliebt. Jesus ist da, er ist nah.

Kein Platz ist sicherer. Bei ihm  bin ich immer willkommen, an jedem Tag, in jeder Nacht, in meiner Traurigkeit und Einsamkeit, wenn ich gesund bin und wenn ich krank bin. Dort ist ein/mein sicherer Ort. Heute, morgen und immer. Amen

Nach der Fürbitte beten wir gemeinsam:

Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Wir gehen in diesen Sonntag und in alle kommenden Tage und Nächte im Frieden Gottes.

Gott, der Leben ist, segne dich mit einem Licht, das Deine Nächte hell macht. Gott, der Leben ist, segne Dich mit einem Licht, das Deinen Weg erleuchtet. Gott, der Leben ist, segne Dich mit einem Licht, damit Du an das Leben glauben kannst.

Gott segne Dich und behüte Dich

Gott behüte Dein Leben und Deine Seele

Gott behüte Deinen Weg von nun an bis in Ewigkeit. Amen

Ausgangsspiel

[1] Widerstand und Ergebung, DBW 8, 255.

Gottesdienst vom 08.11.2020, 10 Uhr Kirche Füllinsdorf

Eingangsspiel:

Was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst?

Mit dieser Frage aus dem 8. Psalm, liebe Gemeinde, heissen wir Sie herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst am 8. November 2020. Wir, das sind die Sigristin Caroline Winkler, der Lektor Peter Weber, der Organist Christoph Kaufmann und Pfarrerin Andrea Kutzarow.

Ich habe den 8. Psalm für den 8. November ausgewählt, um ihn mit Ihnen zusammen auszulegen. Ich freue mich sehr, dass Sie da sind. Wort und Musik sind auch nachles- und hörbar auf der Homepage der Kirchgemeinde. Wir feiern im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat, wir sind beisammen im Namen Jesu, unseres Bruders und im Namen des Heiligen Geistes. Amen

Sie werden es lesen, dass Sie sich ab sofort anmelden müssen für die kommenden Gottesdienste, da nur noch 50 Personen mit Abstand erlaubt sind. Gut, meistens ist das jetzt bei uns nicht so ein grosses Problem. Aber die Tage kommen, da wir gerne zusammen feiern möchten. Also vergessen Sie nicht, sich, sobald Sie die Infos sehen im Amtsblatt und auf der Homepage, sich jeweils rechtzeitig anzumelden. Nun, singen dürfen wir nicht mehr, auch nicht mit Maske, aber noch im Herzen. Und beten ist auch weiterhin erlaubt. Und das tun wir nun zum Anfang.

Lasst uns beten:

Gott, die Nebelschleier ziehen übers Land und unsere Herzen fragen sich bang: was bringt uns der November? Viele sind müde und erschöpft. Corona ist nahe herbeigekommen. Das macht uns Angst, und die legen wir vor Dich, zusammen mit allem, was uns bedrängt.

Gott, wir bitten Dich um Deine Gegenwart, Deine Nähe, Deine Liebe. Danke, dass wir vor Dir geliebte Kinder Gottes sind. Amen

Liebe Gemeinde

Wieviel ist ein Mensch wert? Sind wir so viel wert, wie wir in einem Tag verdienen? Sind wir so viel Wert, wie wir an einem Tag erledigen können? Sind dann diejenigen, die nicht so viel leisten können, weniger wert? Und was ist mit den älteren Menschen?

Es sind schwierige Fragen, die wir uns nun während der zweiten Welle stellen müssen, ethische Fragen, aber auch Fragen nach der Solidarität untereinander und wie weit sie gehen kann und gehen soll.  Da sagen mir ältere Menschen, die im Spital sind, es sei vielleicht nicht richtig, dass sie nun so viel kosten würden.

Da fragen sich eingeschränkte Menschen, ob sie weniger nützlich sind, weil sie nicht so viel leisten können?  Gehören wir nicht alle zusammen, wir Menschen? Ich bin froh, dass wir in Gottes Augen alle wertvoll sind. Und jedes Leben kostbar.  

Hören wir Psalm 8. gelesen von Peter Weber:

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittit. 2 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel! 3 Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge / hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. 4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? 6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: 8 Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, 9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht. 10 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

Da schaut einer in den Himmel und staunt. Was ist der Mensch im Weltenraum? Entschuldigen Sie bitte, aber nicht mehr als ein Mückensch….  Aber nun beginnt das staunende Fragen im fünften Vers: Was ist der Mensch, was ist der Mensch, dass Gott an ihn denkt? Zweimal wird hier im hebräischen vom Menschen gesprochen: Einmal steht da „Enosch“ im Vers 5, אֱנוֹשׁ, die Bibelkundigen wissen, dass das zugleich ein Name ist (Enkel Adams), gebraucht als Synonym für Mensch oder Menschheit. Enosch betont die sterbliche und begrenzte Existenz des Menschen. Was ist also, so fragt der Psalm, ist der sterbliche Mensch, angesichts der Grösse des Schöpfers?

Und was ist des Menschen Kind, dass sich Gott um ihn sorgt? Menschenkind – Ben Adam, steht hier im hebräischen Text, weil wir Menschen von der Erde – Adama – genommen sind und wieder zur Erde werden. Vergänglich sind wir, leben kurze Zeit und bleiben nicht.[1]

Und doch sind wir, egal ob jung oder alt, Gottes gekrönte Häupter. Mit Ehre und Herrlichkeit hat er uns beschenkt. Und zwar uneingeschränkt. Nicht viel geringer als Gott selber wurden wir geschaffen. Die gute Nachricht übersetzt so: „es fehlt nicht viel und er (der Mensch) wäre wie Du.“ Andere Übersetzungen relativieren und übersetzen, wie zum Beispiel die griechische Septuaginta: „Du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel.“ Im hebräischen steht hier: Elohim, ein Wort, mit dem Gott im ersten Testament gemeint ist. Hier spielt bereits die Tatsache hinein, dass Übersetzung immer auch Interpretation ist. Interessant, dass dieser Vers im Hebräerbrief im neuen Testament zitiert wird.[2] Nachzulesen im zweiten Kapitel, oder unten in den Fussnoten. Wollen Sie sich das einmal innerlich klarmachen, dass Sie ein gekröntes Haupt sind, eine königliche Hoheit, ein Mensch, geschaffen nach Gottes Ebenbild. Auch wenn wir das mitten im Alltag oft vergessen. So wie Theresa von Avila betete: „Herr, mache Dein Aschenbrödel zu einer himmlischen Prinzessin; erwärme die ganze Küche mit Deiner Liebe und erleuchte sie mit Deinem Frieden. Vergib mir, dass ich mich absorge, und hilf mir, dass mein Murren aufhört.“

Ich bin ein kleines Menschlein, und doch gibt sich Gott mit mir ab. Ich bin aus Erde gemacht und werde wieder zur Erde werden, und doch nimmt Gott sich meiner an, neigt sich mir zu, mein mütterlich-väterlicher Gott. Einfach so. In meiner Zerbrechlichkeit, meiner Schwachheit, meiner vorübergehenden Existenz.

Und er vertraut mir vieles an, ja legt mir die Welt vor die Füsse mit dem Auftrag, mich um sie zu kümmern. Mich meiner Verantwortung für die Welt bewusst zu werden. Als guter Verwalter Gottes, als seine Statthalterin.

Der Psalm beginnt mit der nicht ganz einfachen Anweisung: „vorzusingen, auf der Gittit“. Das könnte ein Musikinstrument sein, eine Tonart oder ein bestimmter Rhythmus, mit dem das Psalmlied gesungen werden soll, vielleicht, so meinen einige, ist es sogar der Rhythmus eines Liedes, das man zum Traubenstampfen (Keltern) sang. Also ein fröhliches, tröstendes Lied. [3]

Psalm 8 wird übrigens auch von Jesus zitiert. Mt 21,15.

15 Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich 16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen (Psalm 8,3): »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«? 17 Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht.

Kindermund tut Wahrheit kund. Wenn die Grossen schweigen, dann loben die Kleinen. Lange habe ich über diesen Vers nachgedacht: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge / hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.“ 

Was soll das schon für eine Macht sein? Die Zürcher Übersetzung spricht von einem Bollwerk, die Gute Nachricht von einer Mauer.

Wie geht das, dass das Loblied von Kindern und Säuglingen die Widersacher Gottes in Schranken weist? Was können verletzliche Geschöpfe denn schon tun? Kinder sind in Gottes Reich besonders wichtig. Manche verstehen diese Aussage als Bild, als Metapher für das Volk Israel. Forscht man ein wenig, so stösst man schnell auf die Schlesischen Betekinder, die sich auf freiem Feld regelmässig versammelten, um Gott zu loben.[4] Es gibt viele solche Geschichten nach dem Muster David gegen Goliath, nicht nur damals, auch heute. Buber/Rosenzweig übersetzen so: „..aus der Kinder, der Säuglinge Mund hast Du eine Macht gegründet, um deiner Bedränger willen, zu verabschieden Feind und Rachgierigen.“[5] Was für ein Hoffnungsbild: das Lob Gottes aus dem Mund unserer Kinder ist stärker als alles, was uns bedrängt! Sollten wir uns ihnen da nicht anschliessen?

Was ist der Mensch?  Er bewegt sich zwischen Verletzlichkeit und Hybris. Aber immer, immer, ist und bleibt er ein Kind Gottes und in Gottes Hand. Gott sei Dank. Das ist für mich die Kernaussage des 8. Psalms. Eine Ermutigung zum Lob, zur Beziehung mit Gott, zum Beten und Danken. Und wenn wir Gott nicht loben, so tun es die Kinder und Säuglinge, weil dies gerade heute und in dieser Zeit wichtig und mächtig ist. Ich schliesse mit einer Strophe des Liedes Nr. 7 aus dem Gesangbuch zu Psalm 8:

Wenn ich den Blick zu deinen Sternen wende, und zu dem Mond, den Werken deiner Hände- was ist der Mensch, dass du, Herr sein‘ gedenkst, des Menschen Kind, dass du ihm Liebe schenkst. [6] Amen

Lasst uns beten:

Gott, Danke, dass Du da bist, bei uns. Wir verstehen die Welt nicht mehr, aber wissen, dass Du sie in Händen hältst.
Wir haben Angst, doch wir wissen, Du bist da. Sprich Du Dein Wort in unsere Unsicherheit hinein.

Wir bringen Dir alle, die Trauern, unsere Kranken und die in Isolation oder Quarantäne, vor allem unsere Kinder und Jugendlichen, die es damit so schwer haben, keine Kontakte mehr haben zu dürfen und so eingeschränkt zu sein.

Wir bringen Dir unsere Schwestern und Ärzte, alle Pflegenden und die, die Verantwortung tragen. Schenk ihnen Weisheit bei ihren unmöglichen Entscheidungen und sei bei allen.

Wir bringen Dir unsere Sterbenden, lass sie spüren, dass Du da bist, um sie, mit Deinen Engeln und Jesus Christus die Auferstehung und das Leben, stärker ist als alles auf dieser Welt.

Hilft, dass es nicht gelingt, uns mutlos zu machen und wenn wir nicht mehr danken und loben mögen, so lass die Kinder für uns singen.

In der Stille beten wir für diejenigen, die uns besonders am Herzen liegen. Wer möchte, ist eingeladen, eine Kerze anzuzünden.

Unsere Gebete steigen auf zu Gott, wir kleiden sie in Worte von Jesus Christus, unserem Herrn und beten gemeinsam:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Christus Dein Licht, verklärt unsere Schatten, lasse nicht zu dass das Dunkel zu uns spricht. Christus Dein Licht, erstrahlt auf der Erde und du sagst uns auch ihr seid das Licht…..

Als Wort auf den Weg den Nachtsegen von Huub Oosterhuis:

Haltet einander fest.
Löscht den Geist nicht aus.
Macht einander nicht klein.

Denk nach. Tu Gutes.
Hab lieb.
Bleiben Sie gesund und seien Sie behütet.
So ziehen wir unseres Weges im Segen Gottes:
Gott segne Dich und behüte Dich
Der väterlich-mütterliche Gott behüte Dein Leben und Deine Seele. Er behüte Deinen Weg von nun an bis in Ewigkeit. Amen


[1] »Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.« (Hiob 14,1). »Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da.« (Ps 104,14)

[2] Hebräer 2,6 Es bezeugt aber einer an einer Stelle und spricht (Psalm 8,5-7): »Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest? 7 Du hast ihn eine kleine Zeit niedriger sein lassen als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt; 8 alles hast du unter seine Füße getan.«

[3] Buber/Rosenzweig übersetzen den Anfang so: Des Chormeisters, nach der Kelterweise, ein Harfenlied Dawids, aus: Die Schriftwerke, S. 16.

[4] Es gibt eine Münze mit der Inschrift: Kehr mich um, so wirst du sehen, was in Schlesien ist geschehen. 1707. Auf der anderen Seite knien im Kreis viele Kinder und drunter steht der Vers aus dem 8. Psalm (Quelle Internet).

[5] Buber/Rosenzweit, aaO.

[6] Evangelisch-reformiertes Gesangbuch, Nr. 7 zu Psalm 8: Wie herrlich gibst du, Herr, dich zu erkennen.

Gottesdienst vom 30.08.2020, 10 Uhr Kirche Füllinsdorf

Eingangsspiel:

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross. Leg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süsse in den schweren Wein…..

Mit einem Teil des Gedichtes „Herbsttag“ von Reiner Maria Rillke seien Sie herzlich begrüsst. Wir, Caroline Winkler, Christoph Kaufmann und ich heissen Sie willkommen am letzten Sonntag im August.

Der Sommer war gross und heiss und trocken hier bei uns. Ich freue mich auf den Herbst. Und doch schleicht sich klammheimlich so etwas wie Wehmut in meine Gedanken. Und ich frage mich: Wieviele Sommer wird’s noch geben?

Schön, dass wir heute miteinander das Ende des Sommers feiern können. Wir tun das im Namen des  Ewigen, verbunden in Jesus Christus, gestärkt im Heiligen Geist. Amen

Lasst uns beten:

Gott, der Sommer ist fast vorbei, die Hitze ist überstanden, es regnet endlich. Nun fragen wir uns, wie der Herbst wohl wird. Viele sind müde und erschöpft. Vieles war anders, diesen Sommer, wir mussten verzichten, viele Pläne wurden durchkreuzt. Und überall auf der Welt gehen Menschen auf die Strasse Gott, wanken mit den Statuen auch Despoten.

Gott, Du hast einmal durch Deinen Propheten gesagt: Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon spriesst es. Merkt ihr es nicht?“. Jesaja hat Deine Botschaft ausgerichtet. Haben die Menschen damals gehört? Hören wir heute?

Gott, wir legen alles vor Dich, was uns bedrängt, beschäftigt, müde macht. Wir kommen zur Quelle und schöpfen bei Dir neuen Mut. Wir bitten Dich, erbarme Dich

Kyrie gesummt

Gott, wir bitten Dich um Deine Gegenwart, Deine Nähe, Deine Kraft. Amen

Ein paar Takte Musik hören von Reinhard May: Wieviele Sommer mag es noch geben…..

So viele Sommer

Liebe Gemeinde

Keine Angst, dies wird keine Endzeitpredigt. Doch der Sommer geht langsam zu Ende und manchmal bekommen die Menschen ein wenig den Spätsommerblues in diesen Tagen. Umso mehr, dass es für viele diesmal gar kein richtiger Sommer war, weil wir unsere Lieblingsplätze und Lieblingsmenschen nicht aufsuchen und besuchen konnten, weil so Vieles anders war.

Der Sommer gilt ja nicht als besonders besinnliche Jahreszeit. Da wird gefestet und nicht gefastet, gefeiert und nicht gebetet. Aber in diesem Jahr, wo weniger gereist worden ist, wo Menschen an näher gelegenen Orten Abstand vom Alltag und Erholung suchten, war vielleicht mehr Gelegenheit, in der einen oder anderen Mussestunde das zu bedenken, was Reinhard Mey so meisterlich besingt: Wieviele Sommer mag es noch geben?[1]

Und ja, mit dieser Frage spüre ich einen Hauch von Schwermut und Wehmut und ein bisschen Trauer darüber, was alles hätte sein können aber nicht war. Wieviele Sommer mag es noch geben, für mich, für Sie, für die Welt?

Diese Frage stellt sich in diesem Sommer mit corona vielleicht dringlicher als sonst. Sie stellt sich dringlicher, weil wir hier in der Nordwestschweiz unter Dürre gelitten haben und einer Hitzewelle. Was tun wir, wenn wir merken, dass die Lebenszeit begrenzt ist?

Vielleicht mehr reinpacken in das, was noch bleibt, leben nach dem Motto lasst uns essen und trinken denn Morgen sind wir tot?

Oder noch schneller arbeiten, mehr erledigen, die Zähne zusammenbeissen und Zeit sparen, um dann mit der gesparten Zeit etwas Schönes zu tun?

Zur Zeit Jesu hatten die Leute übrigens keine Zeit. Sie sagten nämlich: es ist mir Zeit vorhanden, es ist mir Zeit gegeben, es ist mir Zeit geschenkt. Sie wussten noch: die Zeit ist von Gott gegeben. Sie verfügten nicht über ihre Zeit, nicht einmal über ihre Pläne. Das, was wir in corona wieder gelernt haben, dass wir Pläne schmieden unter Vorbehalt, war für die ersten Christen völlig normal.

Die ersten Christen sagten: so Gott will, werden wir morgen leben und das und das tun. Sub conditione Jakobi, Jakobusbrief, 4,13 ff. ich zitiere nach Luther 2017:

13 Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, 14 und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. 15 Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.“

Unsere Zeit steht nicht in unseren Händen. Sie ist uns geschenkt. Und niemand von uns weiss, wie der Herbst wird und der Winter. Es dünkt mich, es bröckle allerorten. Ist Gott daran, Neues zu schaffen? Veränderung liegt in der Luft.

Unsere Zeit liegt in Gottes Hand. Im Kohelet, dem Predigter, lesen wir ja davon, dass alles seine bestimmte Zeit hat. Im Leben, auf der Welt. Er schreibt:

9 Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. 10 Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. 11 Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. 12 Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 13 Denn ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.[2]

Also gilt es, fröhlich zu bleiben. Das ist eine bewusste Entscheidung und alles andere als einfach, sich bei aller gebotenen Rücksichtname und Vorsicht dennoch des Lebens zu freuen.

Das ist nicht einfach. Ich habe gehört, wie jemand sagte, er sei in den letzten Monaten um Jahre gealtert. Für ältere Menschen ist es schlimm, diese Distanz, das eingeschränkte Sozialleben ohne Körperkontakt, diese Unsicherheit. Unsere Aufgabe könnte sein, jetzt  nicht nachzulassen und an diejenigen zu denken, die weiterhin besondere Aufmerkdamkeit und besonderen Schutz benötigen. Bringen wir ein wenig Licht in ihren Alltag. Das ist leicht, da reicht ein schöner Brief, ein gutes Wort, ein Lächeln aus der Ferne, ein Telefon.

Die jungen Menschen fragen sich, werden wir uns jemals wieder von Angesicht zu Angesicht begegnen, jung und unbeschwert sein können oder sind wir für immer durch Plexiglas und Maske voreinander geschützt und getrennt? Behalten wir auch unsere Jugendlichen im Blick, seien wir einfach da, vertrauenswürdig und hoffnungsvoll, mehr braucht es nicht.

Und wenn wir merken, dass uns unser Herz schwer wird. Ja, dann schicken wir es doch auf die Reise auf der Suche nach der Freude, die sich in Jesus Christus gründet. So wie Paul Gerhardt geschrieben hat: Geh aus mein Herz und suche Freud…… wir hören ein paar Takte und summen mit…..

Liebe Gemeinde

Gerhardts Blick ist gerichtet auf die Ewigkeit. Das Beste kommt noch. Auch wenn es vorher vielleicht dunkel wird. Für diese Zeit brauchen wir auch einen Notvorrat: einen Vorrat an Licht, Freude und Glauben. Gegen das Dunkel nebelverhangener Herbsttage hilft nur die Wärme der Liebe.

„Die Liebe überstrahlt alles im Leben, alle Gestirne verblassen daneben.Die einzige Botschaft, der einzige Sinn, die einzige Zuflucht liegt doch darin, einander Trost und Wärme zu geben. Die Liebe überstrahlt alles im Leben.“

Wieviele Sommer wird es noch geben, singt Reinhard Mey. Hier ist das Lied zum Hören.

So viele Sommer

Liebe Gemeinde

Licht kann man sammeln und bewahren und gute Worte auch und sogar Farben. Kennen Sie die Geschichte von Frederik der Maus von Leo Lionni? Auch in dieser Geschichte neigt sich er Sommer dem Ende zu. Für die Feldmäuse heisst es nun, Tag und Nacht arbeiten und sammeln. Das tun auch alle, alle, bis auf Frederik. Er sitzt einfach da. Und als die anderen Mäuse fragen, was er denn so faul herumhänge, so meint er, er sammle Sonnenstrahlen ein und Farben und liebevolle Worte, denn das sei ebenso wichtig und auch wenn ihn zuerst niemand versteht, so merken die Mäuse spätestens im tiefsten Winter, als die Vorräte langsam zur Neige gehen, dass man auch von guten Worten leben kann.

So lasst uns doch in diesen letzten Sommertagen Licht sammeln, gute Gedanken, ein paar Lieder vielleicht die wir summen. Lasst uns Vorräte sammeln für das, wovor sich einige fürchten, weil wir nicht wissen, was da auf uns zukommt.

Der Herbst ist eine Übergangszeit. Eine manchmal ganz schön stürmische, manchmal trübe Zeit. Es ist die Zeit der stillen Fragen nach unseren Schätzen, nach dem, was wir gesammelt haben auch in diesem Sommer: Gespräche, Wärme, ein Kinderlachen. Freude, Begegnungen. Es ist die Zeit, wo wir uns fragen können, was uns durchträgt: Wo hält unser Glaube? Was hilft uns gegen die Angst?

Ich schliesse mit einem Wort von Heiko Bräuning: Hat sich die Dämmerung gebreitet auch über Wald und Feld. Gott ist mit uns hat uns begleitet, er ist es der uns hält. In jeder Nacht durch die wir gehen sind wir doch nicht allein. Nach jedem Dunkel das wir sehen. Wird heller Morgen sein. Amen

Zwischenspiel

Die heutige Kollekte ist bestimmt für oeku: Kirche und Umwelt. Ein wichtiges Thema. Ich empfehle sie ihnen sehr herzlich.

Nächsten Sonntag feiern wir in Frenkendorf und gehen zur Taufe raus an den Brunnen, deo volente.

Lasst uns beten:

Gott, wir bringen Dir die Länder dieser Erde. Wir verstehen die Welt nicht mehr, ihre Despoten und Diktatoren, die ihre Menschen nicht schützen, sondern verraten. Wir sehen aber auch, Veränderungen geschehen, sehen, wie lange Ignoriertes aufbricht, überall. Es stürzen nicht nur Statuen und Denkmäler vom Sockel, sondern auch Überzeugungen kommen ins Wanken. Sprich Du Dein Wort in unsere Unsicherheit hinein.

In der Stille beten wir für diejenigen, die uns besonders am Herzen liegen. Wer möchte, ist eingeladen, eine Kerze anzuzünden.

Unsere Gebete steigen auf zu Gott, wir kleiden sie in Worte von Jesus Christus, unserem Herrn und beten gemeinsam:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Christus Dein Licht, verklärt unsere Schatten, lasse nicht zu dass das Dunkel zu uns spricht. Christus Dein Licht, erstrahlt auf der Erde und du sagst uns au ihr seid das Licht…..

Wir summen und singen leise….

Als Wort auf den Weg das Lied von Reinhard May:

Die Liebe überstrahlt alles im Leben
Alle Gestirne verblassen daneben
Die einzige Botschaft, der einzige Sinn
Die einzige Zuflucht liegt doch darin
Einander Trost und Wärme zu geben
Die Liebe überstrahlt alles im Leben

Auf der Rückseite des Liedblattes ist eine Illustration von Anna-Timea Kutzarow des Jesajaverses.

Bleiben Sie gesund und seien Sie behütet.

So ziehen wir unseres Weges im Segen Gottes:

Gott segne Dich und behüte Dich

Der väterlich-mütterliche Gott behüte Dein Leben und Deine Seele. Er behüte Deinen Weg von nun an bis in Ewigkeit. Amen

Ausgangsspiel


[1] Das tut er auf seinem 27. Studioalbum.

[2] Prediger 3,9ff.

Gottesdienst vom 14.06.2020, 10 Uhr Kirche Füllinsdorf

Einer ist Euer Meister, Ihr aber alle seid Geschwister. Mt 23.8 (GN).

Liebi Gmeind

Herzlich willkomme zu eusem Gottesdienst. Schön, dass Sie do sind. Schön, dass mer hüt chönd fiire mitenand. Mir, das sind Sie alli, wo hüt do sind, das isch d’Caroline Winkler, wo Ihne hüt Ihres Plätzli zeigt hät und de Moses Kobelt an dr Orgel. Gemäss gültigen Schutzkonzept fiired mer ohni Singe, mit em nötige Abstand, aber nid weniger begeisteret.

Schön, dass Sie do sind, dass mer au fiired für alli die, wo nanig chönd in de Chile si. Für Sie wo hüt do sind und für alli Gmeindsglieder stelled mer regelmässig Texte, Gottesdienst und Musik uf eusi Homepage näbed de aktuelle Informatione.

Traditionellerwiis richtet de 1. Sunntig nach Trinitatis de Blick uf de Nächsti. Zum Biispiel ufs höchste Gebot vo de Nächsteliebi, oder uf die erste Christe und ihres Zämmesii, wo eus in de Apostelgschicht mit wärmste Wort gschilderet wird. Eis Herz und ei Seel sind sie gsi und händ alles mitenand teilt.

Mir wüssed nüd erst sit Coronahomoffice und Homescooling, dass das en Useforderig isch. Nüd nume in de Familie, de Chile, de Gmeind, sondern in de ganze Gsellschaft.

Wie schön, dass mer vor Gott alles geliebti Töchtere und Söhn sind. So fiired mer hüt im Name vo Gott, wo eus lieb hät, im Name vo Jesus Christus, wo eus zeigt hät, wie das gaht mit de Liebi und im Name vo de Heilige Geistkraft, wo eus immer wieder neui Kraft zur Liebi schänkt. Amen

Ich möchte zum Afang bätte:

Gott, Danke, dass Du do bisch, bi eus, zmittst in dere verrückte Welt. Danke, dass mir bi Dir dörfed ufschnufe, ufatme. Danke für alles, wo Du für uns tuesch. Danke, dass Du eus lieb häsch.

Du weisch, mir sind nüd do, will mer bsunders fromm oder bsunders guet oder lieb sind, sondern wills eifach guet tuet, bi Dir z’sii, bi Dir ufztanke für euse Alltag.

So bringed mer Dir eusi Gedanke, das, was eus belastet. Mer bitted Dich um Kraft, Liebi und Besonnenheit. Um Achtsamkeit und Muet. Und mer bitted Dich um Diis Erbarme für eus und vor allem für d’Welt.

Danke, dass Du eus hüt und immer ghörsch, Du grosse liebende Gott. Lass eus alles vo Dir erwarte und aneh dur Jesus Christus, euse Fründ und Brüeder. Amen

Liebi Gmeind

Händ Sie de Idruck, mir hebed in dere Ziit öppis glehrt? Und wenn ja, was?

Ich bin sehr dankbar gsi in dere Ziit dass ich gwüsst han: D’Schwiiz hät en besonnene Bundesrat wo eus guet führt und d’Kirchgemeind hät es besonnes Leitigsteam, wo das Chileschiff guet durestüüret. Au bi eus im Seniorezentrum hät mer alli nötige Massnahme ergriffe, d’Bewohnerinne händ sich sicher gfühlt und guet gschützt und händ sich im übrige mit de Ischränkige arrangiert und sich dri gschickt. Das isch nüd überall uf dere Welt selbstverständlich, leider. Debii misst sich de Wert vonere Gemeinschaft/Gsellschaft nach em Umgang mit de Schwächste. Mir ghörd alli zämme. Sind verbunde wie einzelni Körperteil. Und mir sind au alli gliich wichtig.

Sie, sind genau so wichtig wie de Herr Koch, ehemals BAG. Sie sind genau so wichtig wie d’Bundespräsidentin Simonetta Somaruga. Sie schmunzled, aber das mein ich so und ich chan das au biblisch beglegge. De Paulus, Apostel, häts in siim Brief an sini Gmeind in Korinth eso gschriebe (Übersetzung HFA):

Jeder wird gebraucht

12 So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so ist es auch bei Christus: Sein Leib, die Gemeinde, besteht aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.13 Denn wir alle sind mit demselben Geist getauft worden und gehören dadurch zu dem einen Leib von Christus, ganz gleich ob wir nun Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie sind; alle sind wir mit demselben Geist erfüllt worden.

14 Nun besteht ein Körper aus vielen einzelnen Gliedern, nicht nur aus einem einzigen. 15 Selbst wenn der Fuß behaupten würde: »Ich gehöre nicht zum Leib, weil ich keine Hand bin!«, er bliebe trotzdem ein Teil des Körpers.16 Und wenn das Ohr erklären würde: »Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib!«, es gehörte dennoch dazu. 17 Angenommen, der ganze Körper bestünde nur aus Augen, wie könnten wir dann hören? Oder der ganze Leib bestünde nur aus Ohren, wie könnten wir dann riechen?18 Deshalb hat Gott jedem einzelnen Glied des Körpers seine besondere Aufgabe gegeben, so wie er es wollte.19 Was für ein sonderbarer Leib wäre das, der nur einen Körperteil hätte! 20 Aber so ist es ja auch nicht, sondern viele einzelne Glieder bilden gemeinsam den einen Leib.

21 Darum kann das Auge nicht zur Hand sagen: »Ich brauche dich nicht!« Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: »Ihr seid überflüssig!« 22 Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwächer und unbedeutender erscheinen, besonders wichtig.

En Fuess ghört genau so zum Köper wies Aug und s’Ohr. Villicht gspüred mer dene Wort echli nache und losed echli Musig und villicht fangt dänn de Fuess vo sälber afa wippe….

Ich han bim Pfr. Sieber gschaffet, das isch de, wo sich um die Obdachlose in Zürich kümmeret hät. De Text hät er jede Mittwochmorge bi de Andacht vom Team vorgläse. Nach em gefühlt 150. Mal han ich dänkt: Ja, ich han‘s begriffe, und ja, mir kümmered eus um die Schwache und ja mir ghöred alli zämme.

Underdesse sind villi Jahr ins Land zoge und ich han gemerkt: in dr Theorie isch es scho so, au under Christemänsche, in de Praxis aber nanig ganz. Mir ghöred zwar alli zämme, verhalted eus aber nüd immer dementsprechend.

Was miin Körper als System agaht, bin ich sehr froh, dass mini Organ und Körperteil meistens guet zämmespilled und meistens funktioniert alles recht ordeli. Stelled Sie sich vor, es gäbti es Gerangel in miim Körper, wer jetzt wichtiger isch als dr Ander. Und wänn de eint dr Andr nüd würdi aneh, so wie er isch. Da chönnti de Fuess zum Ohr säge: he, hör emal uf lose, ich han kei Lust meh, zwippe. Und s’Herz würdi afa schnäller schlah und säge: doch, die Musig tuet eus allne guet. Ich bin dankbar, dass miin Körper so guet als Sytem zämmespillt.

Au in de letschte Wuche und Mönet händ villi Mänsche in de Schwiiz guet zämmegspillt. Brüef, wo jetzt nüd unbedingt eso hoch agseh gsi sind, wie Verkäuferin oder Pflegefachkraft oder Puur oder Pöstlerin, Lehrerin oder Chlikinderbetreuer sind plötzlich mit Applaus bedacht worde, sind „systemrelevant“ worde. Und mer hät gmerkt: Nume, will eine vill verdient, isch er na nüd wichtig. Sondern jede, wo hilft, de isch wichtig und s’Zämmespiil underenand, das isch am allerwichtigste.

Ich han au gmerkt: was eine macht oder nüd macht, hät unändlichi Folge dert, wo ich läbe, aber villicht au uf de ganze Welt. Will mir alli mitenand verbunde sind. Und alles, was ich für mich entscheide, hät Folge: Wänn ich mich is Getümmel stürze und e kei Maske träge, hät das villicht zur Folg, dass eusi Asteckige wieder stiiged und d’Gschäfter wieder müend zuetue.

Wänn eme Mänsch uf dere Welt Gwalt atue wird, so gaht mich das au öppis a. Will mer ebe alli mitenand verbunde sind. De Text, wo scho sehr alt isch, isch ufzmal sehr aktuell. Mir ghöred alli zämme. Keine vo eus isch unwichtig. Was mir mached oder nüd mached chan unändlich grossi Folge ha. Wenn eine liidet, dänn liided die andere mit. Wänn eine sich freut, dänn freued sich die andere mit. Jede isch wichtig und das was mir mached oder lönd la si, chan grossi Folge ha.

Ich weiss, das chan eim Angst mache. Drum bin ich sehr dankbar drüber, dass de Körper en Kopf hät: Jesus Christus. Er isch de Meister, mir aber sind Schwestere und Brüedere. Mir sind sini Händ, sini Füess, sini Ohre. Es chunt uf eus a. Mir händ alli en eigete Blick uf d’Welt. Erscht, wämmer eus mitenand verbinded, gsehmer wiiter. Erscht zämme gits us em Ich und em Du es WIR, wird Gmeind, wird Liib Christi und das in aller Verschiedeheit.

Ich fröge zum Schluss nöd, ob Sie lieber Hand oder Fuess oder Ohr möchted si. Aber ich fröge: Was isch Ihri Ufgab? Was isch Ihre Dienst? Wo bringsch Du Dich i? De Dietrich Bonhoeffer meint:[1]„Es kommt in einer christlichen Gemeinschaft alles darauf an, dass jeder Einzelne ein unentbehrliches Glied einer Kette wird. Nur wo auch das kleinste Glied fest eingreift, ist die Kette unzerreissbar. Eine Gemeinschaft, die es zulässt, dass ungenutzte Glieder da sind, wird an diesen zugrunde gehen.

Es wird darum gut sein, wenn jeder Einzelne auch einen bestimmten Auftrag erhält, damit er in Stunden des Zweifels weiss, dass auch er nicht unnütz und unbrauchbar ist.

Jede christliche Gemeinschaft muss wissen, dass nicht nur die Schwachen die Starken brauchen, sondern dass auch die Starken nicht ohne die Schwachen sein können. Die Ausschaltung der Schwachen ist der Tod der Gemeinschaft.“ Das aspruchsvoll, aber nüd unmöglich. Villicht chönnted mer mitenand eso umgah, als wäred mer alli Prinzessine und Prinze. Oder simmer das villicht sogar? Die chlini Gschicht zum Schluss faht a wie alli andere Gschichte au:

Es isch emal en König gsi. Villi vo sine Undertane sind unzfriede gsi. Und niemert hät öppis degäge welle mache. Eines Tages hät de König lah usrüefe: Losed zue. Ich han heimlich es Königskind under euchi Kinder gmischt. Behandleds guet. Wehe, es gaht em schlächt.

Keine hät gwüsst, welles dass das Königskind isch. Drum händ d’Stadtbewohnerinne und –bewohner alli Kinder afa behandle, wie es Prinzässin oder e Prinz. Und was isch gscheh?

Nach villne Jahr isch es de Stadt wunderbar gange. Alli händ fürenand gluegt, es hät Spitäler geh und Schuele, e grossi Biblothek und grossi Stadtpärk zum Spiele. D’Bewohnerinne und d’Bewohner aber händ zu de glücklichste und zfriedenste im ganze Land ghört, will sie enander behandelt händ, wie es Königskind. Amen

Mir wänd bätte:

Gott, Vater im Himmel. In Dir ghöred mer zämme, über Gränze vo Ruum und Ziit eweg. Mir bitted Dich für eusi Truurende, eusi Sterbende, eusi Chranke. Sie ghöred zu eus. Mir bitted Dich für alli, wo hüt nüd chönd do si, in Gedanke simmer mit ine verbunde. Gott, mer bringed Dir eusi Familie, eusi Nachbere, euses Dorf, eusi Schuele, eusi Altersheim, eusi Gschäft. Hilf, dass mir eus immer wieder bewusst sind, dass mir alli zämmeghöred.

Gott, Vater im Himmel. Mir bitted Dich: Bis bi allne dene, wo Verantwortig händ in de Politik und de Gsellschaft und in de Chile. Nüd nume bi eus, sondern uf de ganze Welt. Mer bitted Dich, zeig eus, dass mir alli zämme Dini Königskinder sind und hilf, dass mer enand überall als Schwestere und Brüedere gsehnd und enand eso chönd begägne, ganz egal, was für e Huutfarb, Gsinnig, Orientierig öpper hät.

Mir bitted Dich, schänk eus wieder neu Dini Chraft, Dini Liebi, und Besonnenheit, das hinznäh, was isch und das z’tue, was mer chönd. Das bitted mer dur Diin Sohn Jesus Christus. Amen

Wer mag, isch jetzt iglade, es Liecht azzünde: für e Bitt, en Mänsch, für öpper, wo mer bsunders drah dänked.  Nähmed Sie sich Ziit dezue und chömed Sie einzeln füre. Mer losed dezue es Stuck ab CD, es isch vo de christliche Songwriterin Sefora Nelson, e Frau, wo Muet macht und wo Mänsche verbindet. Sie wird nächst Jahr bi eus da in de Chile zu Gast si. Mir losed: Lege Deine Sorgen nieder…..

All die Cherze wo bränned, sind es Zeiche vo eusne Aligge, wo mer zu Gott bracht händ. Mer nähmed sie ine in die Wort, wo eus Jesus glehrt hät. Mitenand, fürenand und vereint mit allne Christemänsche bättede mer s’Unser Vater und stönd dezue uf:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

So gömmer in de Sunntig und in die kommendi Wuche mit Gottes Säge. Als Wort uf de Weg eis vo de Corrie ten Boom. Sie hät gseit:

In der Gemeinde Jesu geht es nicht um Sympathie und Antipathie, sondern um das ehrerbietige, liebende Ja zueinander.

So gömmer im Säge vo Gott………….


[1] Er stammt aus dem Büchlein: Dietrich Bonhoeffer, Finde einen eigenen Weg, Gütersloh 2015

Gottesdienst vom 7.6.2020 10 Uhr Kirche Frenkendorf
Christoph Kaufmann, Musik. Andrea Kutzarow, Text
Eingangsspiel: Johann Pachelbel (1653 – 1706): Choralbearbeitung über das Luther-Lied RG 43 (nach Psalm 67)  „Es wolle Gott uns genädig sein“.

Gott, sei uns gnädig und segne uns! Blicke uns freundlich an! Dann wird man auf der ganzen Welt erkennen, wie gut du bist und handelst. (Psalm 67, 1-2 HFA).

Liebi Gmeind

Herzlich willkomme zu eusem Gottesdienst. Schön dass mir hüt fiired mitenand. Mir, das sind de Organist Christoph Kaufmann, d’Sigristin Amrei Ebinger und ich. Mir, das sind Sie, wo hüt do sind. Mir fiired mit aller gebotene Vorsicht mitenand Gottesdienst, ohni Singe, mit Abstand, aber verbunde mit eusem Gott dur Jesus Christus und beflüglet dur de Heiligi Geist.

Ich freu mich, dass Sie do sind, au stellvertretend für alli, wo hüt nüd da in de Chile sind, aber euse Gottesdienst deheime mitfiired, villicht e Cherze azündt händ und jetzt euse Text mitläsed uf de Homepage vo eusere Kilchegmeind und d’Musigstück dezue losed. Uf de Homepage simmer au wiiterhin präsent und dert findet Sie au immer aktuelli Informatione.

Es isch nüd immer eifach, en gueti Balance z’finde zwüsched em freudige Wiederafange und de wiiterhin gebotene Vorsicht. Und Mängs macht eus villicht au na Chummer und mir fröged eus, wie das wohl wird, au wänn dänn morn im Baselbiet wieder die höchere Schuele afanged. So dänked mer hüt au an alli Schülerinnen und Schüler, wo started und an ihri Lehrchräft und bittet um Gottes Säge.

Hüt isch Sunntig Trinitatis. Traditionell agfange hämmer hüt drum au mit em 67 Psalm und dem Wunsch, dass Gott eus mögi sägne und eus fründlich aluege. Und zwar in Wort und Musik. So fiired mer im Name vo eusem gnädige Gott. D’Gnad vo Jesus Christus, d’Liebi vo Gott und d’Gmeinschaft vom Heilige Geist sigi mit eus allne.[1] Amen

Ich möchte zum Afang bätte:

Gott, zmittst in dere ver-rückte Welt simmer bi Dir, zum Uftanke, zum Danke, dass Du eus fründlich aluegsch, dadefür, dass Du mit eus dur alles duregange bisch und wiiter do bisch, nüd nume bi eus, sondern überall uf dere wiite Welt. Danke für alli Bewahrig, für alle Biistand in Not und Abschied. Danke für alli Füehrig und Leitig.

Mer bitted Dich: Bis au bi dene, wo Dini Gegewart bsunders bruuched. Erbarm Dich über allne, wo under Gwalt und Rassissmus liided. Erbarm Dich über allne, wo kein Ort händ zum in Sicherheit läbe. Erbarm Dich über allne, wo chrank sind. Erbarm Dich über dene, wo Angst händ und Sorge und kei Rueh meh finded. Erbarm Dich au über dene, wo Angst händ, will ihri Existenz uf em Spiel stoht. Erbarm Dich über allne, wo Entscheidige müend träffe. Schänk ihne und eus Weisheit, Muet, Chraft und Besonnenheit.

Gott, keine vo eus weiss, was na chunnt. Das hämmer glehrt, au in eusere sichere Schwiiz. Aber öppis isch sicher: dass Du mit eus gasch, dur alles dure und dass Du do bisch, hüt morn und immer.

Gott, mir wänd Dir bättend säge, was eus bedrängt und bedrückt und Dich um Din Säge bitte und Diis Erbarme für eus und für d’Welt. So säged mer Dir in de Stilli all das, was eus bedrängt und bedrückt und bitted um Diis Erbarme für eus und für d’Welt und danked Dir für das, was Du eus schänksch.

Kyrie Improvisation

Danke, dass Du eus hüt und immer ghörsch, Du grosse dreieinige Gott. Lass eus alles vo Dir erwarte und aneh dur Jesus Christus, euse Fründ und Brüeder. Amen

Liebi Gmeind

365 x stoht in de Bible „FÜRCHTE DICH NICHT“. Also zellt hanis nöd. Aber es wird scho stimme und usserdem isch es en schöne Gedanke: es söll kein Tag geh im Jahr, wo mir müend Angst ha. Die letschte Wuche sind en Useforderig gsi. Mängi händ au Angst gha. Und d’Situation uf de Welt chan eim Chumer mache. Nüd nume wägem Virus, wo wüetet, da wüetet na anders: Rassismus, Chrieg, Hunger, Heuschrecke, Überschwämmige. Unglaublich, was da grad alles gscheht uf de Welt. Aber ich möchte nüd bi dem stabliibe, wo mir Angst macht, ich möcht hüt Verse us em 2. Timotheusbrief uslegge, wo mir in dere ganze Ziit wichtig worde sind. In dene Vers gahts de Angst an Chrage.

Aber losed (oder läsed) Sie sälber, die Wort, wo im 2.  Timotheusbrief stönd, en Brief, wo entweder de Paulus sälber churz vor sim Tod in Rom verfasst hät oder eine, wo sich in Apostel Paulus inegfühlt und in sini Rolle ingeschlüpft isch. De Brief isch an Timotheus adressiert, en junge Maa, mer känned en us anderne Bibelstelle. Villicht hät er en empfindliche Mage gha, villicht isch em sini Ufgab, sini Gmeind z’leite, mängisch uf e Mage gschlage. Ich erinnere an de Rat vom Paulus, er sölli nüd nume Wasser, sondern au es bitzeli Wii trinke, ebe wäge siim Mage.[2] Ich lise nach de Zürcher Übersetzig us em 2. Timotheus Vers 1-7:

„Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes gemäss der Verheissung des Lebens, das in Christus Jesus gegeben ist, an Timotheus, sein geliebtes Kind: Gnade, Barmherzigkeit und Frieden von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn. Ich danke Gott, dem ich wie schon meine Vorfahren mit reinem Gewissen diene, wie ich auch in meinen Gebeten unablässig an dich denke, Tag und Nacht.  Und ich sehne mich danach – in Gedanken an deine Tränen -, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde in Gedanken an deinen Glauben, der frei ist von aller Heuchelei. Dieser Glaube war schon in deiner Grossmutter Lois und in deiner Mutter Eunike lebendig, und ich bin überzeugt, dass er es auch in dir ist. Aus diesem Grund rufe ich dir ins Gedächtnis: Lass das Feuer der Gabe Gottes, die durch die Auflegung meiner Hände doch in dir ist, wieder brennen. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Mir lönd die Wort würke und losed G- Dur- Dreiklangsbrechungen kraftvoll vom J. S. Bach(1685 – 1750), Präludium G-Dur 

Isch das nüd schön, wie de Verfasser sich um sin Schüeler kümmeret? Er dänkt liebevoll seelsorgerlich an ihn, erinneret sich an sini Träne, dankt Gott für ihn und macht em düütlich, dass er mit siim wahrhaftige Glaube inere lange Traditionsreihe staht. Dass de Verfasser explizit d’Grossmueter und d’Mueter namentlich erwähnt, freut mich sehr. Es isch schön, dass de Adressat dörf inere lange Glaubenstradition stah. Und dass die wiiblich isch, freut mich, äxgüsi, bsunders. Und dänn erinneret er en an das Füür, wo doch in ihm brännt, sit er em d’Hand ufgleit hät und so sichtbar gmacht hät, dass Gottes Geist in ihm wohnt. Und er erinneret en drah, dass es dert, wo Gottes Geist isch, andersch tönt: Deet herrscht nüd Angst, sondern klingt Chraft, Liebi und Besonnenheit. Was für en wunderbare Dreiklang.

Musik: Gedanken zum Dreiklangsthema aus Wachet auf, ruft uns die Stimme.

Ja, ich weiss, ich wird immer wieder Angst ha, wird mir Sorge mache, will Angst zum Läbe ghört. Aber ich möcht de Angst nüd meh Ruum geh, als ere gebührt. Ja, ich weiss, ich han guet rede. Ich läbe in Sicherheit, ime Staat, wo vo besonnene Mänsche gführt wird. Ich läbe in ere Gmeind, wo Villi in de letschte Wuche und Mönet fürenand igstande sind, wo sich liebevoll umenand kümmeret händ, wo Mänsche all ihri Chraft igsetzt händ, sigs in de Spitäler, in de Seniorezentre, bim Homescooling, bim Führe vonere Chilegmeind oder ere Firma. Villi besonneni, liebevolli, chraftvolli Mänsche sind zämmegstande, händ fürenand gluegt, händ fürenand igkauft, sich organisiert, händ mitenand gredet, am Telefon und per Whatsskypezoom oder händ sich Briefe gschriebe und villi, villi Mänsche händ in dere Ziit auf fürenand bätted und Gott um Erbarme bittet.

Wämmer de Schwung wänd mitneh, dänn bruched mer genau eso en Dreiklang zum eusi Zuekunft gstalte. Dänn bruuched mer Gottes Führig in siim Geist unbedingt. Dänn müemer eusi Angst in Schranke wiise. Damit mer Platz schaffed für dynamisches, liebevolls und besonnes Handle, Dänke und Läbe.

Grad als Christemänsche hämmer dadebi en bsundere Uftrag. Und ich bin sicher, Gott bruucht eus alli derzue, will er eus ja au allne siin Geist gschänkt hät. Ja, au Dir, und Dir, und Dir deheime au und mir au, und ja au allne, wo immer wieder an sich zwiifled, dene villcht sogar zerscht. Die sind bsunders wichtig, aber das isch dänn wahrschiinlich s‘Thema am nächste Sunntig…

Und na ein Gedanke, bevor’s konkreter wird: Au wämmer schwach sind, wohnt Gottes Geist in eus und wämmer nüd emal meh wüssed, was mer sölled bätte, dänn chömmer eus druf verlah, dass Gottes Geist eus bi Gott vertritt mit eusne Süfzer, das isch au en Satz zum festhebe us em Römerbrief, em 8. Kapitel.[3]

Namal zrugg zu miim Leitvers vo hüt: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Erstens: De Geist, wo mir becho händ, isch starch, isch powerfull und dynamisch. So stahts uf griechisch an dere Stell: Gott hät eus en dynamische Geist gschänkt, eine, wo eus und d’Welt chan verändere. [4]  De Geist bringt eus dezue, fürenand izstoh. Eus z’wehre gäge Unrecht und Rassismus, eus izsetze fürs friedliche Zämmeläbe. Er bringt eus dezue, enand zuezlose und villicht bringt er eus sogar sowiit, dass mer eus verstönd. Wichtiger aber isch, dass mir Gott verstönd, dass mer d’Bible nüd nume in d’Hand nämed und demit umewädled, sondern sie ufschlönd und eus lönd aspreche vo dem chraftvolle Geist vo Gott.

Zweitens: Gott hät eus en Geist vo de Liebi gschänkt: So chan i prüefe, ob das, was i mach und säg liebevoll isch. Dademit mein ich keis heuchlerisches Nettsimitenand. In de Liebi chan mer au direkt rede und ufe Punkt cho. Ich han en gspürt, de Geist, in de letschte Wuche: Es isch vill Liebi spürbar gsi: Mänsche händ fürenand gsorget, händ enander in ihrer Verschiedeheit agnoh, händ Ateil gnoh, händ zäme briegged und gsunge und enand ufgmunteret mit liebevolle Zeiche: sigs mit em Musiziere verusse oder em Male vome Rägeboge als Zeiche vo de Hoffnig. Agape, heisst die Art vo Liebi, und die Art vo Liebi bruucht Freiheit und sie chunnt us de Liebi vo Gott use, wo tüüf in eusem Herze weiss, dass mir Gottes geliebti Kinder sind.  Us dere Liebi use isch es dänn möglich, au de Anderi, Unmöglichi, völlig Denäbeni, Ungerechti, ….. ……zumindest eifach aznäh. Es chan nüd jede wie de Ghandi sini Finde sägne, obwohl  Jesus Christus das mit de Feindesliebi ja vorglebt hät.

Zum Dreiklang fehlt na Besonnenheit. Es git kei rächti schwiizerdüütischi Übersetzig vo dem Wort. Aber anderi Bible, zum Biispiel d’Elberfelder, übersetzed die Gab mit „Geist der Zucht“. Das tönt fremd für mich, aber Besonnenheit hät für mich au mit Selbstdisziplin z’tue, mit Abwäge, mit sälber dänke.

Angst führt ja oft dezue, dass mer nüme rächt chan dänke, in Panik- oder in Überläbensmodus schaltet. Und genau das söll ebe nüd passiere, mir sölled besonne bliibe. Euses düütschte Wort besonnen chunnt vo sinnen, nachdenke, sini Gedanke uf öppis richte und hät im alt- und mittelhochdütsche au d’Bedüütig vo reise, laufe, wahrneh, merke….. Besonnenheit also es altertümlichs Wort für Achtsamkeit? Warum nöd. Aber Besonnenheit isch na meh.

Besonneheit hät demit z’tue, wie mer mit ere Situation umgönd, au wänn sie sehr schwirig isch. Was ich meine, möchte ich Ihne am Biispiel vom König Christian em 10. vo Dänemark zeige. De dänischi König isch zu dere Ziit, wo Dänemark jahrelang under düütsche Besatzig gstande isch, scho älter gsi, aber mit sine Körpergrössi vo eim Meter und 99 cm. e stattlichi Erschinig. Jede Morge isch er mit siim Ross unbewaffnet dur d’Strasse vo Kopehage gritte, als stumme Protest und Ermuetigung für sini Mitmänsche. Wo mer die nationalsozialistischi Fahne uf em Schloss hät welle hisse, hät de König eme düütsche General befohle, die Fahne z’entferne, was de natürlich abglehnt hät. Da hät de König gseit: „En dänische Soldat wird die Flagge entferne.“ Da hät de General gmeint: „De Soldat wird sofort verschosse.“  Drufabe de König: „Das glaub ich nöd, ich bin nämli de Soldat.“ Die Fahne isch schlussändlich entfernt worde.

Die Gschichte sind ziemlich sicher so passiert. Die letschti hingäge isch wahrschinlich e Legende und hät demit z’tue, dass d’Däne meh als 7000 jüdischi, vom Tod bedrohti Mitbürgerinnen und Mitbürger under Läbesgfahrt uf Schwede in Sicherheit bracht händ. Damals händ übrigens alli zämme gschaffet in dere Widerstandsbewegig: Chile, Unis, Fischer, Puure: Nume mitenand händs es gschafft. Und sie händs gschafft. Die Gschicht ghört wahrschienlich zu de Legende. Aber will sie eso schön isch, möchte ich Sie Ihne nüd vorenthalte: Eines Tage hetted alli Jude uf Befehl vo de Bsatzer  e Armbinde mit em Davidsstern  sölle alegge. Und was hät de besonneni König gmacht? Mer seit, er hebi sofort selber eini agleit.

Kraft, Liebi, Besonnenheit. Ich hoffe sehr, dass es eus glingt, mit dene Gottesgabe d’Angst und s’Unrecht uf dere Welt in Schach z’halte. Na hämmer Ziit. Ich schlüsse mit eme Wort vo de Rose Ausländer:

Wirf deine Angst in die Luft

Bald ist deine Zeit um
bald wächst der Himmel
unter dem Gras fallen deine Träume
ins Nirgends

Noch duftet die Nelke
singt die Drossel – noch darfst du lieben
Worte verschenken
noch bist du da

Sei was du bist
Gib was du hast.    Amen

Zwischenspiel Improvisation über: RG 504. O heilger Geist, kehr bei uns ein

Die hüttigi Kollekte isch für d’Alzheimervereinigung beider Basel bestimmt. Mit einer Reihe von Angeboten unterstützt die Alzheimervereinigung Basel die Angehörigen von Menschen mit Demenz und hilft den Betroffenen, ihre Würde zu bewahren. Die Vereinigung ist auf Spenden angewiesen…..Ich empfiehl sie Ihne sehr herzlich. Am nächste Sunntig isch Gottesdienst in Füllinsdorf. Sie sind dert herzlich willkomme, mer händ sogar nachli meh Platz.

Ich möchte bätte: Gott, Du weisch, wie oft mir verzagt und ängstlich sind. Danke, dass Du eusere Angst Diin kraftvolle Geist entgegesetzisch. Du weisch, wie oft mir eus unwürdig fühled. Danke, dass mer Dini Gfäss dörfed si, ganz glich, wie sie usgsehnd. Danke, simmer Dini Söhn und Töchtere. Danke, dass Du eusere Angst vor em Läbe und em Tod Diin Sohn Jesus Christus entgegesetzisch.

Gott, mer bringed Dir all das, was uf dr Welt und in eusem Läbe geschieht, wo eus weh tuet. Mer bringed Dir eusi Truurende, eusi Chranke, eusi Sterbende, eusi Verzwiiflete, eusi Angstvolle, eusi existentiell Bedrohte, eusi Verletzte.

Mir bringed Dir eusi Welt, die Mänsche, wo elei glah werded vo dene, wo sie söttet schütze, all die, wo Unrecht liided. Wo umbracht werded, wo ohni Schutz dastönd. Mer bringed Dir de Libanon, Moria, Brasilie und Amerika. Mer bringed Dir eusi Welt und alli die Mänsche, wo schutzlos dastönd. Mer bitted Dich, erbarm Du Dich.

Mir bitted Dich, schänk eus wieder neu Dini Chraft, Dini Liebi, und Besonnenheit, das hinznäh, was isch und das z’tue, was mer chönd. Das bitted mer dur Siin Sohn Jesus Christus. Amen

Wer mag, isch jetzt iglade, es Liecht azzünde: für e Bitt, en Mänsch, für öpper, wo mer bsunders drah dänked.  Nähmed Sie sich Ziit dezue und chömed Sie einzeln füre. Dehei chönd Sie jetzt das Lied vo de Sefora Nelson mitlose. D’Sefora Nelson, e düütschi christliche Songwriterin isch en Mänsch, wo Muet macht, e Frau, voller Liebi und Besonnenheit. Mer händ sie zume Konzert iglade zu eus, mer händs ufs nächst Jahr verschobe.

Mir losed: Lege Deine Sorgen nieder vo de Sefora Nelson

All eusi Bitte nähmed mer in die Wort, wo eus Jesus glehrt hät:

Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Wind kannst Du nicht sehen, ihn spürt nur das Ohr. Mer dörfeds leider nanig singe, oder nume Sie deheime. Drum lies ich de Text us em Lied 516 und de Christoph Kaufmann laht d’Melodie dezue erklinge:

  1. Wind kannst Du nicht sehen, ihn spürt nur das Ohr, flüstern oder brausen wie ein mächt´ger Chor.
  2. Geist kannst Du nicht sehen, doch hör, wie er spricht, tief im Herzen Worte voller Trost und Licht.
  3. Wind kannst Du nicht sehen, aber, was er tut: Felder wogen, Wellen wandern in der Flut.
  4. Geist kannst Du nicht sehen; doch wo Er will sein, weicht die Angst und strömt die Freude mächtig ein.
  5. Hergesandt aus Welten, die noch niemand sah, kommt der Geist zu uns und Gott ist selber da.

Schön, dass Sie hüt mitgfiiret händ, entweder deheime oder in de Chile. Ich wünsch Ihne e gsägneti Wuche, siged si behütet. Bitte gönd Sie nach em Säge gstafflet wieder use us de Chile, damits kei Druggede git. De Gottesdienst chön Sie dehei au namal nachläse, wänn Sie möchted, er isch uf de Homepage, genau wie d’Musik, wo de Christoph Kaufmann hüt gspillt hät. Ville Dank defür. Mir gönd im Friede und im Säge vo Gott in de Sunntig und in die neui Wuche und stönd derzue uf:

Geh hin mit dem grossen Mut, dass Du leben darfst in Fülle

Geh hin in der festen Gewissheit, dass Gott Dir sein Vertrauen schenkt und es sein Geist ist, der Dich leben lässt. Er ist Deine Mitte, er hat Dir seine Gnade geschenkt in Jesus Christus.

Gott segne Dich und behüte Dich. Gott behüte Dein Leben und Deine Seele. Er behüte Deinen Weg von nun an bis in Ewigkeit. Amen

Ausgangsspiel Choralbearbeitung über RG 43 (nach Psalm 67)  „ Es wolle Gott uns genädig sein“ Johann Gottfried Walther  (1684 – 1748) 

[1] 2. Kor. 13,13.

[2] Im ersten Timotheus steht folgender Rat: „Trinke nicht mehr Wasser, sondern auch ein wenig Wein um deines Magens willen und weil du oft krank bist.

[3] Röm 8,26-27:26 Ebenso aber steht auch der Geist unserer Schwachheit bei. Denn was wir beten sollen, wie es sich gehört, wissen wir nicht; aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.

[4] Dynamis steht in der Bibel an dieser Stelle:  οὐ γὰρ ἔδωκεν ἡμῖν ὁ θεὸς πνεῦμα δειλίας ἀλλὰ δυνάμεως καὶ ἀγάπης καὶ σωφρονισμοῦ.

Gottesdienst am Sonntag, 24. Mai

Orgel: Moses Kobelt
Lesung und Predigt: Pfarrer Andreas Marti, Lauwil

Orgel Eingangsspiel
Lesung Johannes 20,24-31 und Orgelspiel
Orgelspiel Mozart

Gedanken zur Himmelfahrt mit Musik, Bild und Wort

Heute bin ich nicht durch Böllerschüsse aufgewacht. Heute ist kein Banntag. Heute schaue ich in den Himmel und denke da­ran, dass wir vierzig Tage nach Ostern frei haben, weil der Auf­erstandene nach dem Bericht des Evangelisten Lukas zu sei­nem Vater in den Himmel zurückgekehrt ist.

Wir laden Sie herzlich ein zu einer musikalisch-theologischen-bildhaften Besinnung. Musikalisch gestaltet  von Annina und Ilja Völlmy Kudrjavtsev aus Frenkendorf.[1]

Machen Sie es sich bequem, zünden Sie eine Kerze an und hören Sie zu:

Wenn ich mir die Rückkehr von Jesus zu seinem Vater vor-stelle, dann sehe ich elf erstaunte, erschrockene, ungläubige Gesich­ter, die ein wenig dumm aus der Wäsche gucken. Und ich sehe eine Wolke als Zeichen von Gottes Gegenwart und vielleicht noch ein paar Füsse, die meinem Blick entschwinden.

Und tatsächlich ist die Szene in der Kunstgeschichte immer wieder so gemalt worden wie das Bild aus dem 16. Jahrhundert zeigt.[2]

Der barfüssige Jesus trägt noch die Wundmale an den Füssen. 40 Tage sind seit Ostern vergangen. 40 Tage hat sich der Auf­erstandene immer wieder gezeigt, es war ein auf und ab der Gefühle mit Zweifel, Angst und Freude.

Vierzig Tage können lang sein. In der Bibel markieren vierzig Tage die Vorbereitungszeit vor etwas Neuem, Wichtigen. Manchmal ist es auch eine Zeit der Prüfung. 40 Tage war Mo­ses auf dem Berg, 40 Tage wanderte Elia bis zur Gottesbegeg­nung, 40 Tage verbrachte Jesus in der Wüste. Und 40 Tage blieb er noch bei den Seinen. Er lehrte sie zu verstehen, was geschehen war. Es war, als könnten sie plötzlich weiter sehen und hören. [3] Plötzlich verstanden sie, was geschehen war, sie verstanden, was Ihre Aufgabe sein sollte: Zeuginnen und Zeu­gen der Worte und Taten Jesu zu sein. Sie sollten auf eine Kraft warten aus der Höhe und so lange in Jerusalem bleiben.

Nach vierzig Tagen führte Jesus die Jünger nach Bethanien. Das war der Ort, an dem seine Freunde, Lazarus, Maria und Martha lebten. Die Bibel berichtet:

„Er führte sie aber hinaus bis nach Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie.  Und es geschah, als er sie seg­nete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.  Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit grosser Freude  und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“[4]

Es berührt mich, dass Jesus sich so mütterlich um seine Freunde kümmert. Ihnen sagt, was sie jetzt tun sollen. Ihnen verspricht, dass sie eine neue Kraft bekommen werden. Ihnen eine Perspektive schenkt. Es tröstet mich, dass Jesus seine Freunde segnet. Für die Jünger war dieser Abschied bestimmt nicht leicht. Noch einmal trauern. Noch einmal betrübt. Noch einmal alles auf Anfang. Oder spürten sie bereits, dass da noch etwas kommen würde? „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt, sagt Jesus am Ende des Matthäus­evangeliums.“[5] „Meinen Frieden lasse ich Euch“, sagt er bei Jo­hannes.[6]  Die Jünger starrten in den Himmel. Aber Jesus war nicht mehr da.

Musikalische Improvisation  zum Bild Himmelfahrt[7]

Zehn Tage lang haben die Jünger gewartet, gebetet, sich ge­tröstet. Was sie erwarteten, haben sie wohl erst nach dem Pfingstereignis verstanden. Dass Jesus nicht nur im Himmel ist. Dass der Himmel überall ist, wo Jesus ist.

Eine russische Legende erzählt die Suche nach dem Himmel so:  „Es waren einmal zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch. Am Ende der Welt gäbe es einen Ort, an dem sich Himmel und Erde berührten und das Reich Gottes zu finden sei. Sie beschlossen, sich auf den Weg zu machen, je­nen himmlischen Ort zu suchen und nicht eher umzukehren, bis sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestan­den unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die Welt fordert, und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen. Man brauche nur anzuklopfen und schon befände man sich im Himmel. Schliesslich fanden sie, was sie suchten. Sie kamen an eine Tür, klopften an und schauten bebenden Herzens zu, wie sie sich langsam öffnete. Und als sie eintraten, was sahen sie da: Sie standen zu Hause in ihrer vertrauten Klosterzelle und sahen sich gegenseitig sprachlos an. Da begriffen sie: Der Ort, an dem das Reich Gottes beginnt, befindet sich nicht im Himmel, sondern auf der Erde, an der Stelle, die Gott uns zugewiesen hat.“[8]

Ist das nicht schön? Der Ort, an dem das Reich Gottes beginnt, ist hier, mitten unter uns. Um Gott nahe zu sein, müssen wir nicht in den Himmel schauen, weil sich Himmel und Erde berüh­ren und Gott uns nahe ist in Freud und Leid und Not. Hier und heute ist Gott gegenwärtig im Auferstandenen.

Gott ist gegenwärtig (Lied eingespielt durch Annina und Ilja).

Vielleicht mögen Sie zum Schluss einstimmen in das schöne Lied, Gott ist gegenwärtig

Ein Auffahrtspsalm:

Herr, ich will dich auch heute preisen und dir Dank sagen. Du schenkst mir wieder festen Boden unter meinen zerbrechlichen Füssen. Auch wenn ich zu zweit oder mit Vielen gehe, bist Du an meiner Seite. Manchmal atme ich schwer und stolpere den Weg entlang und befürchte: Du hast die Erde verlassen

Doch ich bin töricht: Denn Dein ist die Welt. Dein sind Himmel und Erde. Da ist kein Zwischenraum, kein Unterschied, keine Grenze. Und wenn wir gehen, gehen wir zum Himmel. Und wenn wir kommen, kommen wir zur Erde. Und wenn wir auf der Erde straucheln, hebst Du uns auf in den Himmel. Denn Him­mel und Erde sind Bruder und Schwester. [9]

Schön, wenn Sie heute mitgefeiert haben. Vielleicht bleiben Sie noch ein wenig sitzen, vielleicht beten Sie das Unser-Vater zum Schluss oder verweilen noch ein wenig in der Stille. Es war schön, diese musikalisch-theologische Zeit mit Ihnen. Seien Sie gut behütet und gesegnet. Ihre Annina und Ilja Völlmy Kudrjavtsev und Andrea Kutzarow

[1] Aufnahmen von Hanspeter Krebs aus Frenkendorf.
[2] Hans Süss von Kulmbach (* um 1480 in Kulmbach; † um 1522 in Nürnberg).
[3] Lukas 24,45: „Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden…“.
[4] Lukas 24, 50-53, Lutherbibel 2017.
[5] Matthäus 28,  20, Einheitsübersetzung 2016.
[6] Johannes 14,27.
[7] Himmelfahrt, von Christina Dittert, 2016.
[8] Diverse Quellen im Internet
[9] Hanns Dieter Hüsch/Uwe Seidel, Psalmen für Alletage, S. 57.


Gottesdienst am Sonntag, 17. Mai

Orgel: Christoph Kaufmann
Text gelesen von Pfr. Peter Leuenberger

Orgel Eingangsspiel JS Bach Praeludium F-Dur

Text zu Psalm 66 „Rogate“
Orgel Choral zu Psalm 66
Orgel Zwischenspiel Pachelbel, Partita über „Was Gott tut, das ist wohlgetan“
Orgel Ausgangsspiel Pachelbel, Praeludium in d

Fiire mit de Chliine am Muttertag

Hüt isch Muetertag. Herzlich willkomme. Das säged d’Steffi Frey und d’Andrea Kutzarow. Am Sunntig zämme fiire isch schön. Au dehei, zämme mit em Mami oder em Papi. Und scho gaht’s los. Kännsch Du die chlini Hummel?[1]

Lueg, da isch sie scho:
Sie heisst Bommel.
Sie hät ganz chlini Flügel.

S’Wäspi und s’Bienli lached sie us
und säged: Flüge chönd ebe nume
die Grosse. Das macht Bommel truurig.

.

[1] Nach dem Bilderbuch „Die kleine Hummel Bommel“ von Britta Sabbag, Maite Kelly, Joëlle Tourlonias

Mini Flügel sind würklich nume chlii und ich bin chugelrund. Klar dass ich nüd chan Flüge, dänkt Bommel truurig. Uf em Heiwäg trifft sie Lilly Libelle. „Du häsch aber wunderschöni grossi Flügel“, meint Bommel. „Klar, aber die bruch ich auch, ich mues ja über em Wasser schwebe.“

Bi de Frau Mary isch es schön, dänkt Hummel Bommel. Sie stuunt, wie schön die Pünktli uf de Flügel vo de Mary sind. Aber

die hät kei Ziit, sie isch grad am Putze.

De Pfarrer Fliege hät Ziit. Er sitzt am Schriibtisch und schriibt en Brief. Die chlini Hummel dänkt: de weiss sicher, warum mini Flügel so chlii sind.

De Pfarrer Fliege überleggt: „Weisch, ich dänke, dass isch, will Gott eus alli andersch gmacht hät. Jede vo eus isch einzigartig. Und das isch doch guet eso. Stell der vor, es hetti kei Libelle, kei Mariekäfer, kei Biene und keini Wäspe. Das wär doch truurig.“ Jede vo eus isch eifach wunderbar. Du au. Und übrigens: Flüge cha mer lehre. Du häsch alles, was es dezue brucht. Nume Muet Bommel.

Villicht weiss Gisela Grille meh,
dänkt die chlini Hummel.
Wie schön sie musiziert.
„Du, Gisela, warum bin
ich so andersch? Die andere
säged, mini Flügel siged vill vill
z’chlii zum Flüge.“ Da seit
d’Gisela: „Flüge cha mer lehre.
Du häsch alles, was mer dezue
bruucht. Los nume zue.“
Und dänn singt sie.

Sie singt so schön, da will mer eifach mitsinge. Du au? Dänn lueg, da isch s’Lied:

Du bist Du. Und da sind d’Note dezue.

Oh wie schön, dänkt Bommel. Aber jetzt will is wüsse. Ich gang zum Doktor Weber.

„Liebe Doktor Weber. Ich bruuch echli Muet. Woher söll i de näh. Was mues mer mache, dass mer chan Flüge?“

„Also zerscht emal tüüf ischnufe und usschnufe. Ja, sehr guet. Und jetzt bitte d’Auge zuemache. Nei, nid blintzle. Schön wiiterschnufe. Sehr geut. Und jetzt d’Flügel bewege, schön langsam. Wunderbar. Nachli meh. Und jetzt langsam d’Auge ufmache ……“

„Juhu, ich flüüge. Wie schön. Ich han de Muet gfunde. In mir drin. Danke für alles. Das mues i sofort em Mami go verzelle. Und em Papi au. Und überhaupt allne. „

Dehei verzellt sie dänn vo ihrem Chummer, vo de villne Begägnige, em schöne Lied und devor, dass sie cha flüge. Sie machts sogar vor. Aber Papi und Mami sind natürlich keis bitzeli überrascht. Mängisch bruuchts eifach echli Muet. Und echli Ziit. Und ganz vill Liebi.

Wänn Du magsch, chasch em liebe Gott Danke säge:

Danke liebe Gott fürs Mami und de Papi.
Danke, dass ich geborge bin.
Danke, häsch Du mich so bsunders gmacht.
Danke, für de Muet.
Bitte, bis bi mir, hüt und morn.
Bitte behüt Du mich und eusi Familie und die ganzi Welt. Amen

In de Bible gits es Lied, das redt devo, dass mir immer und überall und ganz egal was isch, geborge dörfed sii. Und dass mer mit vill Liebi gschaffe sind. Die wo wänd, chönd in de Bible de ganzi Psalm zämme läse. Oder sich eifach die beide Verse z’Herze näh:

„Du (Gott) hast mich mit meinem Innersten geschaffen, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Grossartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich!“

Es isch schön, dass es Dich git. Vergiss das nie. Villicht magsch nachli male, dänn ladt der das Bild abe vo Bommel. Oder Du häsch Lust, zum e chlini Hummel baschtle. Wänn da druf klicksch, chunnt d’Aleitig.

Mir wünsche Dir zämme mit Dinere Familie en guete Sunntig. Bliib gelasse wie e Schildkrot, muetig wie d’Hummel Bommel und bärestark gsund. Gottes Säge sigi mit Dir. Hüt, morn und immer. Amen


Weshalb läuten unsere Kirchenglocken?
Glockenläuten aus Füllinsdorf zum Anhören

Das Läuten der Kirchenglocken hat eine lange Tradition. Die Glocken rufen zur Betzeit und strukturieren den Tag. Früher warnten sie auch vor Gefahren wie Feuer und Hochwasser.

Sie geben nicht nur dem Tag, sondern auch der Woche einen Rhythmus und weisen auf wichtige Ereignisse im Jahreslauf hin. Sie läuten bei traurigen und fröhlichen Ereignissen. Und

sie fordern uns auf, in unserem Alltag einen Moment innezuhalten und zu beten.

Es ist stiller geworden um uns herum. Die Vögel trillieren in der Morgenfrühe konkurrenzlos. Die Kirchenglocken, mögen sie einem auch sehr laut erscheinen in dieser Stille, sind mir in den letzten Wochen wichtiger geworden. Sie sind wie ein anderes Navi. Sie weisen auf eine andere Realität hin. Sie verbinden uns alle, ob wir das wollen oder nicht.

Der Glockenklang findet uns schlafend oder wachend, gesund oder krank. Die Glocken rufen uns heraus aus dem, was uns umtreibt, hinaus in eine neue Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Sie rufen mich in die Gegenwart Gottes.

In Füllinsdorf läuten die Glocken um sieben Uhr morgens, um 11 Uhr, um 16 Uhr und abends um 20 Uhr (im Winter um 19 Uhr). Nachts verstummt der Stundenschlag zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens.

In Frenkendorf läuten die Glocken um sieben Uhr morgens, um 11 Uhr gegen Mittag, um 16 Uhr und abends um 20 Uhr (im Winter um 19 Uhr).

Wenn ich dann noch weiss, dass jede Glocke eine bestimmte Bedeutung hat und mit einer Inschrift versehen ist, dann höre ich das Läuten noch einmal auf einer anderen, tieferen Ebene.

In Frenkendorf riefen die Glocken am Ostermorgen 1925 zum ersten Mal zum Gottesdienst. Sie erinnern damit daran, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass Christus auferstanden ist, dass ein neuer Tag angebrochen ist. Und das gilt nicht nur für den Ostersonntag, sondern für jeden neuen Tag.[1]

Die grösste Glocke ist auf Es gestimmt. Auf ihr sind die vier Evangelisten abgebildet. Sie trägt die Inschrift: „O Land, Land, höre des Herrn Wort“.[2] Die zweite Glocke ist auf As gestimmt mit der Inschrift: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden“ aus der Weihnachtsbotschaft des Evangelisten Lukas und zeigt Engel und Hirten. Die dritte Glocke auf B gestimmt zeigt Reiter aus der Apokalypse und einen Text aus den Klageliedern: „Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind.“ Und schliesslich ertönt die vierte Glocke auf C gestimmt mit der Inschrift aus dem Unser Vater: „Dein Reich komme“, und zeigt ein Bild mit den klugen und törichten Jungfrauen.

In Füllinsdorf konnte eine Delegation der Kirchgemeinde beim Giessen der Glocken am 4. September 1975 mit dabei sein. Nach altem Brauch wurde die Zeremonie mit den Worten: „Das walte Gott“ eröffnet. Auch daran könnten wir denken, wenn wir die Glocken läuten hören. Viele Füllinsdörfer haben im selben Jahr die Glocken eigenhändig aufgezogen, die Kirche wurde  1976 eingeweiht.[3]

Die erste Glocke ist auf Des gestimmt, hat einen Durchmesser von 153 cm und wiegt 2‘100 kg. Sie trägt die Inschrift: „Mein Ruf ertönet Gott zu Ehren; Jugend, früh sollst du ihn hören.“ Sie ist gestiftet und gewidmet worden vom Kirchenbauverein. Die nächstkleinere Glocke ist auf F gestimmt, 120 cm im Durchmesser und 1000 kg schwer. Eine Einladung von Jesus ist auf ihr eingraviert: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid“.[4] Die dritte Glocke ist auf As gestimmt und wiegt noch 620 kg mit einem Durchmesser von 102 cm und mit der Inschrift: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben.“.[5] Die kleinste Glocke mit 420 kg und 89 cm Durchmesser  ist auf B gestimmt erinnert an die Regel der Benediktiner: ora et labora, bete und arbeite.

Doch nicht nur zum Beten und Arbeiten laden die Glocken ein. Sei laden uns ein, Gott zu suchen, in der Stille, im Gebet, in der Meditation, zuhause und beim Spazierengehen. Wo und wie auch immer der Schall der Glocken uns trifft, ich habe in den letzten Wochen neu gelernt, diese Struktur zu schätzen, weil sie mich auf Gott verweist, mich herauslöst aus dem irdischen Sorgental und weil sie mir die Gelegenheit gibt, in die Tiefe und in die Höhe zu wachsen. Machen wir uns auf den Weg, jeder für sich und doch verbunden. 

Mache dich auf den Weg und suche das Licht, das tief in deiner Seele unter vielen Traurigkeiten fast erloschen ist.

Mache dich auf den Weg und grabe die Hoffnung aus, die tief in deiner Seele unter tausend Ängsten ganz verschüttet ist.

Mache dich auf den Weg und lass die Lebenskräfte frei, die tief in deiner Seele durch erlittene Schmerzen ganz gefesselt sind.

Mache dich auf den Weg und finde wieder heim zu dir selbst. Und du wirst wieder leuchten und hoffen und leben.[6]

Bleiben Sie behütet. Ihre Andrea Kutzarow 

[1] Das Foto ist dem Büchlein „Die Kirche St. Margaretha in Frenkendorf“ von Pfr. Dr. Reiner Jansen entnommen.
[2] Jeremia 22,29.
[3] Das Foto stammt von SA.
[4] Matthäus 11,28.
[5] Offenbarung, 14,13.
[6] Christa Spilling-Nöker, Ich schenke dir ein gutes Wort, S. 50


Gottesdienst - Musik und Wort am Sonntag, 26. April

Orgel: Moses Kobelt

Sigristin: Amrei Ebinger
Texte gelesen von Pfr. Peter Leuenberger

Link zu ganzen Text


Gottesdienst - Musik und Wort am Sonntag, 19. April

Orgel: Moses Kobelt
Texte gelesen von Pfr. Peter Leuenberger



Ostergottesdienst in der Kirche Füllinsdorf

Orgel: Christoph Kaufmann
Trompete: Beat Hirschi
Texte: Pfr. Peter Leuenberger


Zerbrochen und gehalten – zum Karfreitag 2020

Wenn Sie sich in diesem Spiegelkreuz anschauen könnten, so würden Sie sich selber sehen.
Aber nicht so, wie wir im Spiegel aussehen. Sondern nur bruchstückhaft.Das Scherbenkreuz ist für mich ein Symbol für all die durchkreuzten Leben und die durchkreuzten Pläne. Ich spiegle mich in diesen Scherben und sehe mich, aber nicht nur mich, sondern auch die Leidenden dieser Erde, die Sterbenden, die Trauernden, die Menschen auf der Flucht, in den Lagern, die Wanderarbeiter unterwegs nach Hause.

Wenn ich das Scherbenkreuz anschaue, sehe ich den Menschen – Jesus. Ecce home, siehe, Mensch ist er. Im Johannesevangelium steht es so:

„Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an  und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.  Und Pilatus ging wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde.  Da kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!“[1]

Jesus, Sohn Gottes, zerbrochen, gefoltert, geschlagen, gequält. Ein Mensch, der Gott nahe ist. Ein Mensch, dem Gott nahe ist. Wenn ich Jesus sehe, diesen leidenden Menschen, dann weiss ich, dass Gott auch heute bei all den leidenden Menschen ist. Er ist bei denen, die Angst haben, bei denen, deren Existenz zerbrochen ist, bei denen, deren Familien auseinanderfallen. Gott ist da, jenseits aller religiöser Rituale, ist da, wo gelitten wird, dort, wo gestorben wird, dort, wo alles in Scherben zersplittert.

Zerbrochen ist Vieles. Gewissheiten, Überzeugungen ebenso wie Existenzen. Selbstbilder, Beziehungen, Pläne, Zukunftsaussichten, finanzielle Sicherheiten und Überzeugungen.

Je länger ich in das Spiegelkreuz schaue, desto mehr verblasst mein Bild. Ich sehe Dich genau so wie mich. Wir gehören zusammen mit allem, was lebt. Und alles, was in unserem Leben zerbrochen und durchkreuzt wurde, wird gehalten durch Jesus Christus. Je länger ich hineinschaue in diesen Spiegel, desto mehr verblasst mein Bild. Was bleibt, ist der Mensch. Ecce homo. Jesus Christus.

Was wird wohl werden? Werden wir weitermachen wie bisher? Oder finden wir neue Lösungen, um das, was aus den Scherben Neues entstanden ist und entsteht, weiter zu pflegen? Werden Prioritäten anders gesetzt? Wie honorieren wir die, die jetzt ihre Kräfte für die Gesellschaft einsetzen, die dafür schauen, dass wir durch diese Krise kommen? Wie gehen wir mit den schwächsten Gliedern der Gemeinschaft um? Wie mit unserer Umwelt? Sehen wir in all den zerbrochenen, leidenden Menschen bei uns und auf der Welt zuallererst den Menschen?

Segen: Gott, der Dich sieht und mit Dir leidet, sei bei Dir in Angst und Unsicherheit, er tröste Dich und umarme Dich mit seiner mütterlich-väterlichen Liebe und schenke Dir das, was Du Dir selbst nicht geben kannst: wachsendes Vertrauen mitten in diesem durchkreuzten Leben.

Seien Sie behütet. Ihre Andrea Kutzarow

Fotos und Scherbenkreuz:  S. Amberg/A. Kutzarow
[1] Johannes 19, 1-5 Luther 2017.


Musik und Wort am Karfreitag in der Kirche Frenkendorf

Die Orgel, gespielt von Moses Kobelt, ertönt für Sie an diesem Karfreitag. Der Text „auf dem Weg zu einem anderen Gott“ von Pfr. Marion Muller-Colard eröffnet dank der Hiob-Geschichte einen wertvollen Gedankenanstoss in dieser schwierigen Zeit. Klicken Sie auf den untenstehenden Link. Pfr. Peter Leuenberger


Lese- und Haus-Gottesdienst 9.4.2020 Gründonnerstag von Andrea Kutzarow

Heute Abend um 20 Uhr läuten in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken. Vielleicht mögen Sie eine Kerze anzünden und sich eine Zeit der Stille und des Gebetes nehmen, an diesem Abend. Wir sind miteinander im Gebet verbunden.

Liebe Schwestern und Brüder

Bonhoeffer schrieb: „Nur durch die Tiefen unserer Erde, nur durch die Stürme eines Menschengewissens hindurch eröffnet sich der Blick auf die Ewigkeit.“die alte

Heute vor 75 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg hingerichtet. Er hatte sich als überzeugter Christ nach ernsthaften Abwägungen dazu entschlossen, sich an einem Attentat gegen Hilter zu beteiligen. Heute am Gründonnerstag wollen wir uns erinnern.

Lasst uns heute in Gottes Namen feiern, trotz allem, lasst uns im Namen Jesu singen und beten und uns stärken lassen für unseren Weg im Namen des Heiligen Geistes. Amen

Lasst uns beten:

Noch einmal schaue ich dem vergehenden Tag nach und sammle, was gut war, lasse Schwieriges los und schliesse Frieden mit mir und diesem Tag. Gott, Dich suche ich, wenn sich das Leben verdunkelt, wenn leise und schwebend, die Nacht hereinbricht. Ich suche Deine Nähe, Deine Liebe, Deine Kraft, die mich durch meine Tage und meine Dunkelheiten trägt.

Gott, Dich suche ich, und bitte Dich um Deine Nähe, Deine Liebe, Deine Kraft, die uns gemeinsam durchträgt. Sei Du da, Ewiger, Liebender, mütterlich-väterlicher Gott. Amen

Lasst uns gemeinsam ein Lied anstimmen: Bleibet hier und wachet mit mir.

Liebe Gemeinde

Es ist schwer vorstellbar, aber die Bibel war zur Zeit Bonhoeffers nicht unumstritten. Es gab Theologen, die hielten den ersten Teil der Bibel für überholt. Bonhoeffer jedoch las die Bibel in ihrer Ganzheit, er verstand sie als Zuspruch und Anspruch Gottes an den Menschen, als Verheissung und Gebot. So ermahnte er seine Studenten am illegalen Theologi­schen Seminar der Bekennenden Kirche 1935,  neben dem christlichen Leben und Feiern die Verantwortung für die Welt nicht zu vergessen. „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.“  Nach dem Reichspogrom vom 9. November 1938 ist er sicher: „Wenn heute die Synagogen brennen, dann werden morgen die Kirchen angezündet wer­den.“

Und heute? Die Menschen in Europa leben in Angst. Menschen sterben, hier, bei uns in der Schweiz und in Europa. Das Virus kennt keine Grenzen. Was setzen wir unserer Angst entgegen? Martin Buber, der die Hebräische Bibel „verdeutscht“ hat, übersetzt „glauben“ mit „standhalten“. Der glaubende Mensch ist der, der standhält. Der, der seine Stimme erhebt für die Stummen. Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen![1] So steht es in der Bibel. Es ist ein ers­ter Schritt, wenn wir heute am Gründonnerstag innehalten und beten und um Weisheit bitten, wo unsere Hilfe derzeit am drin­gendsten gebraucht wird. Wenn wir um Mut bitten und um Kraft.

Ich weiss nicht, wie Jesus es ausgehalten hat, in diesem Garten, wissend, was auf ihn zukommt. Ich weiss nicht, wie Bonhoeffer es ausgehalten hat, in seiner Zelle, ahnend, was auf ihn zukommt. Lukas erzählt im Evangelium, dass da ein Engel kam vom Himmel, der Jesus beistand. Und Zeitzeugen erzählen, wie Bonhoeffer sie beeindruckte. Wie er gegen aussen wirkte. Er schrieb:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest,
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
Und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott![2]

Wer wir auch sind, was auch geschieht, Gott kennt uns, Sie und mich. Lasst uns glauben und standhalten. Werfen wir unsere Angst in die Luft. Ich wünsche uns diesen Mut, diese Weisheit und einen Engel, der uns beisteht, den wünsche ich uns auch. Und dann tun wir das, was wir können, in unserer Verantwortung für die Welt.[3] Amen

Lasst uns beten:  Gott, Ewiger, diese Nacht ist anders als andere Nächte. Wir werden konfrontiert mit den Schattenseiten der Welt und des Lebens. Wir bitten Dich: sei bei uns in unserer Angst. Hilf uns, das zu tun, was wir tun können. In der Stille bringen wir das vor Dich, was uns bedrängt:

Stille

Gott, danke, dass Du bei uns bist. Wir bitten Dich für uns und für die Welt. Erbarme Dich. Unsere Bitten nehmen wir in das Gebet, das uns Jesus gelehrt hat und beten gemeinsam:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen
Gottes Segen sei mit uns:

Möge Gottes Angesicht leuchten über euch
Möge der Frieden Christi wirken in euch
Möge das Feuer des Heiligen Geistes brennen in euch:
Gott segne Dich und behüte Dich
Er behüte Dein Leben und Deine Seele
Er behüte Deinen Weg durch die Nacht
Heute und in Ewigkeit Amen
Wenn Sie mögen, hören und singen Sie zum Schluss das Lied De noche iremos…. [4]

Seien Sie behütet. Ihre Andrea Kutzarow

Bereits in vierter Auflage erscheint die Handschrift des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer (1906-1945). Das Gedicht, Wer bin ich?’ entstand im Wehrmachtsuntersu­chungsgefängnis Berlin-Tegel, wo Bonhoeffer wegen ,Wehrkraftzersetzung’ inhaftiert war. Die vorliegende Fassung wurde der Staatsbibliothek zu Berlin anlässlich der Übergabe des Nachlas­ses am 12. Mai 1997 von der deutschen Sektion der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft geschenkt. Das Faksimile kann online bestellt werden bei: http://sbb.berlin/qya3cd

[1] Sprüche 31,8

[2] ,Wer bin ich?’ entstand im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Berlin-Tegel, wo Bonhoeffer wegen ,Wehrkraftzersetzung’ inhaftiert war.

[3] Zum Beispiel, indem wir die Kollekte an ein Werk überweisen, das sich um die Schwächsten dieser Welt kümmert, die auch unsere Brüder und Schwestern sind. Siehe auf der Homepage unter Kirche weltweit.

[4] De noche iremos de noche….“Nachts werden wir ziehen, um die Quelle zu finden. Nur der Durst leuchtet uns.“ Taizé, Jaques Berthier


Zum Palmsonntag - wir sind alle Brüder und Schwestern

Nach dem bejubelten Einzug von Jesus in Jerusalem feiert er zusammen mit seinen Jüngern das Passamahl. Die Jünger geben sich grosse Mühe, den Tisch  zu decken. Und dann schauen sie gemeinsam zurück auf alles, was sie erlebt haben. Bis Jesus aufsteht, das Obergewand ablegt und sich eine Schürze umbindet. Er beginnt, seinen Freunden die Füsse zu waschen. Die Jünger sind irritiert. Sollte es nicht umgekehrt sein?

Jesus nimmt Abschied von seinen Freunden mit einer zärtlichen Geste. Es entsteht eine Nähe, die sonst kaum möglich ist. Ein Beispiel gibt uns Jesus. Ein Beispiel, wie Liebe gelebt werden kann.

Was könnte das in diesen Zeiten bedeuten? Wie können wir die Nähe zueinander zeigen? Wo einander Stütze sein? Liebe ist kreativ. Liebe braucht keine Öffentlichkeit. Liebe fragt einzig und allein nach dem Gegenüber, und was es jetzt braucht. Dafür ist keiner zu klein.


Herbst in der Blindenschule in Varna

Eigentlich hätten wir am Palmsonntag unser Musical für die blinden und mehrfachbehinderten Kinder in Varna, Bulgarien, gespielt. Wir hätten einen Frühlingsgruss von ihnen bekommen. Doch die Schule in Varna ist geschlossen. Die Kinder sind in ihren Familien oder im Waisenhaus. Die Situation ist schwierig. Denken wir heute Abend doch beim Kerzenanzünden besonders an alle Kinder in Varna. Wer mag, kann auch gerne für Varna spenden.

IBAN: CH44 0076 9016 1104 3561 7 ltd. auf Ref. Kirchgemeinde Frenkendorf-Füllinsdorf    Vermerk: Varna

Wir haben Wege, wie wir die Kinder weiter unterstützen können, Eva Müller-Oberländer, unsere Projektverantwortliche, ist in telefonischem Kontakt.

Jesus hat uns ein Beispiel gegeben. Wollen wir ihn einladen und uns heute behutsam und liebevoll einander zuwenden. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack aufs Musical? Hier unser Schlusslied: Jesus komm, zieh bei uns ein.

Sei behütet und gesegnet. Es grüsst herzlich Andrea Kutzarow


Orgelklänge am Palmsonntag, aus unserer Kirche Frenkendorf

Hier erklingen Orgelklänge aus unserer Kirche in Frenkendorf, gespielt am Palmsonntag von unserem Organisten Moses Kobelt


Zum Sonntag Judika 29.3.2020 von Andrea Kutzarow

Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn du kommst. / Jemand muss dich erwarten, unten am Fluss, vor der Stadt. / Jemand muss nach dir Ausschau halten, Tag und Nacht… / Das muss immer jemand tun mit allen anderen und für sie./ Und jemand muss singen, Herr, wenn du kommst./ Das ist unser Dienst: Dich kommen sehen und singen. Weil du Gott bist.“

So hat Silja Walter den stellvertretenden Gottesdienst beschrie­ben, den sie in ihrer Gemeinschaft für die ganze Welt gefeiert hat. Wir können heute nicht in den Kirchen feiern. Aber zu­hause. Stellvertretend für alle Menschen, die unser Gebet brau­chen. Mit einer Kerze und ein bisschen Musik. So können wir feiern, jeder für sich, und doch verbunden Vielleicht ist Ihnen die Hausliturgie dabei eine Hilfe. Also, lassen Sie uns beginnen:

Wir beginnen mit Musik (unter der Rubrik Musik das Lied Be­fiehl Du deine Wege anwählen).

Wir feiern in Gottes Namen, verbunden in Jesus Christus, ge­stärkt im Heiligen Geist. Amen

Lasst uns beten: Gott, es ist still um uns. Die Stille ist unge­wohnt. Wir bitten Dich: lass uns spüren, dass wir nicht alleine sind, dass Du bei uns bist. Lass uns unsere Verbundenheit spü­ren mit allen unseren Schwestern und Brüdern auf der Welt. Stärke uns und sei bei uns. Wir werfen unsere Angst in die Luft und legen alles ab, was uns festhält. Danke, dass Du uns hörst. Lass es still werden in uns, damit wir Deine Stimme in unserem Herzen hören können. Das bitten wir durch Jesus Christus, un­seren Freund und Bruder. Amen
Liebe Gemeinde

Das Leid ist auf einmal mitten unter uns. Menschen fürchten sich. Einige sind einsam. Beim Abschiednehmen können wir uns nicht einmal in den Arm nehmen. Wir sind mit aller Härte der Zerbrechlichkeit des Lebens begegnet. Wir spüren unsere Ohnmacht. Es ist noch kein Ende in Sicht. Wir können wenig tun, aber wir können Hilfe suchen bei Jesus Christus.

Das Evangelium des heutigen Sonntags stammt aus dem Heb­räerbrief, aus dem 13. Kapitel, es sind die Verse 12 und 13. Mich hat folgendes Wort angesprochen: Jesus hat gelitten draussen vor dem Tor. So lasst uns nun hinausgehen zu ihm.

Jesus war schon immer draussen, war bei denen, die leiden. Er teilte das Brot mit Aussenseitern, berührte die Unberührbaren, schenkte seine Nähe und öffnete den Menschen Augen, Ohren und Herzen. Jesus war schon immer draussen. Draussen im Garten vor den Toren hat er gebetet, hatte Angst. Draussen vor den Toren der Stadt starb er. Einige wenige sind dort unter dem Kreuz bei ihm geblieben, als er gelitten hat, draussen vor dem Tor.

Lasst uns nun hinausgehen zu ihm. Dort, im Leid, ist Gott für mich zu finden, auch wenn ich es nicht fassen kann, auch wenn es mich sprachlos macht, dieses Leid. Aber dort finde ich Got­tes Sohn, in meiner Angst, dem Leid, der Sprachlosigkeit. Dort, wo keine religiöse Praxis mehr notwendig ist, jenseits aller Si­cherheiten. Dort ist Gott mir nah, in Jesus Christus.

Dort wo wir nicht sein können, ist er da. In unseren Spitälern, den Seniorenzentren, bei allen Kranken, bei denen, die einan­der helfen. Er ist da, wenn Menschen füreinander einstehen und füreinander beten.

So lasst uns hinausgehen zu ihm, nicht, indem wir das Haus verlassen, sondern unsere Sicherheit, unseren Stolz, unsere Gewissheiten. Indem wir im Gebet zu ihm kommen und ihn bit­ten, bei uns zu sein und um uns. Er trägt das Leid der Welt. Auch heute noch. Er ist unsere Hoffnung. Amen

Lasst uns wieder ein bisschen Musik hören und vielleicht mit­singen oder summen: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht, auf Dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht (das Lied kann angewählt werden unter der Rubrik Musik).

Es ist wichtig, dass wir auch in dieser Zeit an diejenigen den­ken, die es schwer haben. Nicht nur in der Fürbitte, sondern auch mit einer Kollekte. Suchen Sie sich doch ein Werk aus, dem Sie etwas spenden. Auch damit können wir ein Zeichen der Hoffnung setzen.

Lasst uns beten: Gott, Ewiger, Du regierst. Wir bitten Dich, er­barme Dich. Wir bitten Dich um Deinen Schutz und Deinen Se­gen für uns und für die Welt. Du hast uns gezeigt, wie das geht, ein Leben in Verbundenheit mit Deinem Sohn, ein Leben voller Hoffnung, wo wir unserer Angst trotzen und füreinander da sind. Stärk uns für unseren Weg.

Wir beten für alle, die krank sind, für alle, die sie pflegen, für alle Menschen, die zu uns schauen, in Seniorenzentren, Spitä­lern, der Nachbarschaft. Wir bitten Dich für alle, die die Versor­gung und Sicherheit gewährleisten. Für unsere Behörden und Politiker. Und für alle, die Angst haben. Wir bitten für alle Kin­der, für alle Jugendlichen, für diejenigen, die einsam sind. Wir bitten für diejenigen, deren Existenz auf dem Spiel steht. Und wir bitten für die vielen Menschen auf der Welt, die auf der Flucht sind, für diejenigen, unterwegs nach Hause, für diejeni­gen, deren Leben scheinbar nicht zählt. Wir bitten um Weisheit und Kraft und Mut.

In der Stille bringen wir unsere Anliegen vor Dich…..

Danke, dass Du uns jetzt und immer hörst. Wir bitten Dich. Er­barme Dich. Amen

Vielleicht bleiben wir noch ein wenig in der Stille sitzen. Viel­leicht löschen wir die Kerze aber nun wieder aus, stehen auf und feiern diesen Sonntag. Wo immer wir sind, wir sind nicht alleine. Lasst uns zum Schluss miteinander das Unser Vater beten:

Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen
Gott segne Dich und behüte Dich, Gott behüte Dein Leben und Deine Seele. Gott behüte Deinen Weg von nun an bis in Ewig­keit. Amen


An der Orgel: Moses Kobelt, Text von Pfarrer Andreas Marti, Lauwil, gesprochen von Pfarrer Peter Leuenberger

An der Orgel: Moses Kobelt, Text von Pfarrer Andreas Marti, Lauwil, gesprochen von Pfarrer Peter Leuenberger


Kontaktpersonen

Peter Leuenberger

Peter Leuenberger, Pfarrer

Kirchackerweg 5
4402 Frenkendorf

+41 78 653 05 86 / +41 61 901 14 40
peter.leuenberger1@bluewin.ch

Arbeitsschwerpunkte: Seniorenarbeit, Unterricht, Seelsorge, Gottesdienste

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Andrea Kutzarow

Andrea Kutzarow, Pfarrerin

Friedhofweg 15
4414 Füllinsdorf

+41 61 901 49 49 / +41 79 405 68 12
akutzarow@datacomm.ch

Arbeitsschwerpunkte: Kinder- und Familienprogramm, Kinderangebote, Unterricht, Gottesdienste, Seelsorge

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